Internationale Automobilarbeiterkoordinierung Internationaler Informationsbrief GM-Stellantis Nr. 22 – Oktober 2021 Von der Konzernkoordinierung Stellantis/GM in der IAC

Liebe Kolleginnen und Kollegen, aus aktuellen Anlass wenden wir uns heute mit einem internationalen Sonder-Infobrief an euch: Am Donnerstag, 30. September wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von Stellantis die Schließung des Opelwerks in Eisenach/Deutschland eingeleitet. Mit der offiziellen Begründung von Halbleiter-Engpässen hat Stellantis angekündigt, ab sofort die Produktion in Eisenach bis zunächst Ende des Jahres still zu legen.

Als die Kolleginnen und Kollegen informiert wurden, hatte das Management bereits Tatsachen geschaffen indem begonnen wurde, die Bänder und Montagehallen leer zu fahren. Sämtliches Material einschließlich Leergut soll aus dem Werk geschafft werden. Die Disponenten wurden angewiesen, Material nach Sochaux umzuleiten. Das Facelift des Grandland, das eigentlich in Eisenach anlaufen sollte, wird jetzt höchst wahrscheinlich nach Sochaux in Frankreich verlagert. Außerdem wurde die Ausgliederung der deutschen Montagewerke aus dem Opel-Verbund angekündigt. Dies alles sind deutliche Beweise dafür, dass Stellantis versucht, das Werk mit einer Überrumpelungstaktik komplett zu schließen. Gleichzeitig wird behauptet, dass im Januar die Produktion weitergeht „wenn die Zulieferketten das erlauben“. Durch solche trügerischen Ankündigungen wollen sie den Kollegen Illusionen machen, dass ein Kampf nicht nötig sei.

Die Kolleginnen und Kollegen werden systematisch belogen und wenige Tage nach der Bundestagswahl in Deutschland kalt überrumpelt. Auch in anderen Konzernen in Deutschland wurden nach der Bundestagswahl in Deutschland neue Angriffe auf die Belegschaften bekannt. Wir gehen davon aus, dass diese Angriffe von langer Hand geplant sind und das mit Sicherheit nicht nur in Deutschland! Höchste Wachsamkeit und engster Zusammenschluss der Belegschaften sind das Gebot der Stunde! Die Folgen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise sollen auf dem Rücken von uns Arbeitern und unseren Familien abgewälzt werden. Das muss durch den gemeinsamen Kampf im Konzern verhindert werden! Wir treten für die Forderung nach einem 6-Stundentag bei vollem Lohnausgleich ein, in Deutschland für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich. In Deutschland gibt es kein allgemeines Streikrecht, sondern nur für Gewerkschaften, und nur wenn die Laufzeit eines Tarifvertrags endet. Deshalb muss hier auch ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht erkämpft werden.

Die Gewerkschaft IG Metall droht einen „massiven Konflikt“ mit Stellantis an. Von den Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft CGT in Sochaux haben die Eisenacher bereits innerhalb von 24 Stunden eine Solidaritätserklärung bekommen. Sie haben auch sofort eine gemeinsame Pressekonferenz für die französische Presse organisiert. In Eisenach wurde bereits nach einem Tag ein Solidaritätskreis gegründet, der Öffentlichkeitsarbeit macht, eine Mahnwache organisiert sowie Unterschriften und Spenden für den Kampf sammelt.

Am 29. Oktober ist ein landesweiter Aktionstag der Gewerkschaft IG Metall in ganze Deutschland. Auch in Eisenach wird eine Kundgebung und eine Demonstration stattfinden. Dort werden sich auch Kollegen von Volkswagen in Zwickau und französische Kollegen aus fünf Städten beteiligen

Wir rufen euch auf, die Solidarität für diesen Kampf zu organisieren und den gemeinsamen konzernweiten Kampf vorzubereiten. Wer eine Belegschaft angreift, greift uns alle an! Notwendig ist der konzernweite Kampf um jeden Arbeitsplatz, für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und für unsere politischen Rechte und Freiheiten! Diskutiert das mit euren Kolleginnen und Kollegen, schickt Solidaritätserklärungen an die Eisenacher Belegschaft und an unsere Homepage und organisiert Protestaktionen. Informiert uns bitte über die Entwicklungen und Diskussionen bei Euch!

 

Bitte schickt Solidaritätserklärung an folgende Email-Adressen:

icog@iawc.info

hofmann-fritz@t-online.de

 

Wir werden in Kürze in einem zusätzlichen Infobrief auf weitere brennende aktuelle Entwicklungen eingehen wie den Kampf bei GM in Sao Caetano in Brasilien und in Silao in Mexiko, den Erfolg der Kollegen in Bogota/Kolumbien, den Generalstreik in Italien, die drohende Verlagerung des Entwicklungszentrums aus Rüsselsheim/Deutschland nach Marokko, neue Entwicklungen in Polen und Österreich oder den Kampf gegen Arbeitsplatzvernichtung im Stellantis-Werk Windsor in Kanada,

 

Mit solidarischen Grüßen,

Frank, Fritz und Verena

Internationaler Informationsbrief GM-Stellantis Nr. 22 – Oktober 2021 Von der Konzernkoordinierung Stellantis/GM in der IAC

 

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