Internationaler Infobrief Stellantis Nr. 33 – Mai 2026

9. Mai 2026: Von der Konzernkoordinierung Stellantis in der IAC: Liebe Kolleginnen und Kollegen, der internationale Aktionstag am 24. März war ein erster Schritt zum gemeinsamen konzernweiten Kampf um unsere Rechte. Wir hatten im April bereits berichtet. In mehreren Werken beteiligten sich Kolleginnen und Kollegen aktiv, unterschrieben unsere Forderungen und suchten den Austausch. In Bochum versammelten sich 100 Kolleginnen und Kollegen während der Arbeitszeit. Am 1. Mai haben Kollegen z.B. in Eisenach (Deutschland) das Transparent des Aktionstags in der Demonstration getragen.

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Im Vergleich zu den letzten Jahren gingen am 1. Mai meistens mehr Menschen auf die Straße. In Deutschland hatten die Kundgebungen etwa 500.000 Teilnehmer. In den USA, wo der 1. Mai kein Feiertag ist, beteiligten sich ebenfalls 500.000 Menschen an Streiks und Demonstrationen. Die Forderungen richteten sich auch gegen den faschistischen Präsidenten Donald Trump. 

Millionenfach formiert sich eine internationale kämpferische Bewegung: In den letzten drei Jahren waren weltweit mindestens 60 Millionen Menschen an Arbeiterkämpfen sowie Solidaritätsaktionen gegen den Völkermord in Gaza, die Überfälle auf Venezuela und Rojava, die faschistische Politik von Trump oder die Angriffe der USA und Israels auf den Iran und Libanon beteiligt. Weitere Hunderte Millionen waren zusätzlich in gewerkschaftlichen Streiks.

21. Mai: Passende Antwort auf Stellantis-„Konzernstrategie“!

Am 21. Mai will die Konzernspitze ihre „Strategie“ für mehr Profit verkünden. Größere Profite für die da oben heißt verschärfte Ausbeutung von uns. Wir wissen bereits: Investitionen sollen auf nur vier Marken konzentriert werden (Fiat, Peugeot, Jeep und RAM). Die übrigen zehn Marken sollen zu regionaler Bedeutung herabgestuft werden. Im Konzern werden zusätzlich zum Werk Poissy (Frankreich) vier Werke als „zuviel“ bezeichnet und sollen an chinesische Konzerne übergeben werden: An Standorten in Frankreich (Rennes), Spanien (Madrid), Italien (wahrscheinlich Cassino) und in Deutschland wurden bereits Delegationen von Dongfeng gesichtet. Das Werk Madrid soll ab 2028 an Leapmotor International übergeben werden. Hongqi hat interesse an Produktion in Saragossa. Auch Leapmotor will verstärkt in Europa produzieren, sie entwickeln ein Modell von Opel in China und lassen es ab 2028 in Saragossa produzieren. Bereits dieses Jahr startet dort auch die Produktion des Leapmotor B 10.

Chinesische Kapitalisten gehen besonders aggressiv vor: Beim chinesischen Batteriekonzern CATL berichten Kolleginnen und Kollegen von massiven Eingriffen in ihre Rechte, faschistoiden Führungsmethoden, Missachtung von gesetzlichen Regelungen zur Arbeitszeit, Unterdrückung von Betriebsratsarbeit, Union-Busting usw. Elon Musk betreibt es bei Tesla genauso. Europäische Konzerne blicken neidisch darauf.

Diesem Programm sagen wir den Kampf an! Chinesische, US-amerikanische und europäische Arbeiter gemeinsam!

Werten wir den 24.3. gründlich aus und steigern unsere Aktivitäten. Für gewerkschaftliche und selbständige Aktionen am 21.5. während der Arbeitszeit und an den Toren. Notwendig ist der selbständige Streik in allen Werken um das Horrorprogramm von Stellantis zu Fall zu bringen und unsere Forderungen durchzusetzen.

Am 12. Mai ist ein Aktionstag der IG Metall in Rüsselsheim (Deutschland) – insbesondere gegen die Drohung, die sogenannte „Notfallklausel“ im „Zukunftstarifvertrag“ anzuwenden, wenn der Betriebsrat nicht dem weiteren Abbau von 650 Arbeitsplätzen zustimmt. Damit würde das Betrugskonzept scheitern, dass wir angeblich durch Lohnverzicht sichere Arbeitsplätze erkaufen könnten. Der „Zukunftstarifvertrag“, der betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausschließen sollte, wäre hinfällig. Das wäre ein massiver Angriff auf alle Beschäftigten in Deutschland. Die IAC-Gruppe Rüsselsheim und kämpferische Kollegen unterstützen diesen Aktionstag. Wir fördern und organisieren gewerkschaftliche und selbständige Aktionen am 12.5. in allen Werken zur Solidarität mit den Rüsselsheimern, sowie Solidaritätsbesuche und Solidaritätsbotschaften nach Rüsselsheim. 

Auch der Kampf in den USA verdient unsere Solidarität. Die Gewerkschaft UAW rief im Werk Sterling Heights in Michigan zur Abstimmung für Streik auf, weil immer mehr qualifizierte Arbeitsplätze ausgelagert werden sollen. Hier genügte schon die Drohung mit Streik um die Kapitalisten zum Nachgeben zu bringen. In zwei Logistikwerken in Denver und Los Angeles laufen ebenfalls Abstimmungen, in Denver haben 97 Prozent für Streik gestimmt. Solidaritätsbotschaften werden gerne von der Koordinierungsgruppe weitergeleitet.

In sechs europäischen Werken kommt es in den nächsten Wochen zu Stillständen. Das betrifft auch viele Zulieferbetriebe. Teilweise werden Modelle verschoben wie bei Alfa Romeo, teilweise wirken Lieferengpässe und Absatzprobleme. Die Neuorganisation der internationalen Produktion befindet sich in einer offenen Krise, die sich verschärft und vertieft. Das soll auf unserem Rücken ausgetragen werden. Stellantis investiert vor allem in den USA, in Lateinamerika und Nordafrika und will eiskalt Werke und Arbeitsplätze abstoßen, die keinen Maximalprofit bringen. Rüstungsproduktion ist keine Alternative für Arbeiter. Die Arbeiterjugend ist besonders betroffen durch Vernichtung zehntausender Ausbildungsplätze und Schließung ganzer Lehrwerkstätten und sie soll für die imperialistischen Kriege bluten. Wir verbinden den Kampf um unsere Arbeitsplätze mit dem Kampf gegen imperialistische Kriege und Kriegswirtschaft.

Wir ergreifen die Initiative!  

Entscheidungen über unsere Arbeitsplätze und Existenzen werden bereits getroffen - es sollen Tatsachen geschaffen werden. Die Belegschaften werden dann nur noch informiert – möglichst spät und möglichst vereinzelt, oft erst durch die Medien. Wir sollen das Übel einfach schlucken, nur an den jeweiligen Arbeitsplatz denken und einen individuellen Ausweg suchen. Aber wir werden nicht einfach abwarten. Wir stellen unsere Forderungen auf und organisieren unseren Kampf selbst.

Der Aktionstag im März hat gezeigt, dass das möglich ist. Aber er hat auch gezeigt, wo es noch fehlt: mehr verbindliche Zusammenarbeit, mehr aktive Kolleginnen und Kollegen, mehr internationale Abstimmung. Ein konzernweiter selbständiger Streik entsteht nicht von allein, sondern die Kräfte dafür müssen aufgebaut werden, dafür gemeinsam trainiert und die Erfahrungen ausgewertet werden.

Jetzt kommt es darauf an, die Verbindungen zu festigen, weitere Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen und die nächsten Aktionen gemeinsam vorzubereiten.

Unser gemeinsames Programm: 

Keine Werksschließungen, keine Entlassungen – kein Werk steht allein!

Für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich im Konzern!

Hoch die internationale Solidarität! 

Für Erhalt und Ausbau unserer Rechte und Freiheiten – Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht.

 

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

 

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