Justice for Justice - gegen institutionellen Rassismus bei Mercedes-Benz Südafrika

Pressemitteilung zum Tag gegen Rassismus, den 21.März 2026 der Mercedes-Benz / Daimler Koordinierung der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz

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Aktions-Termin

Mercedes-Benz, der Vorstand in der Zentrale in Stuttgart Untertürkheim,
legt Wert auf die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien
aller Mitarbeiter. Verdächtige Verstöße gegen diese Richtlinien sollen den Whistleblower-
Stellen (den BPO-Büros) gemeldet werden, um eine Untersuchung anzustoßen. Mercedes-
Benz, sein Vorstand mit dem Vorsitzenden Ola Källenius sind stolz darauf, im Konzern
Chancengleichheit in Personalprozessen zu fördern und verfolgen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber
Rassismus. So die bisherigen Verlautbarungen des Konzerns. Doch mit dem Einreichen
einer Whistleblower-Meldung des ehemaligen Schwarzen Mitarbeiters aus East London,
Südafrika kommt diese Sicht der Dinge ins Wanken: Herr Justice Quvane reichte eine eidesstattliche
Erklärung und Anlagen von etwa 500 Seiten ein, in denen er rassistische
Übergriffe gegen sich selbst und andere Schwarze Arbeiter und Angestellte im Werk East
London von Mercedes-Benz Südafrika detailliert schildert. Er forderte die Stuttgarter Abteilung
des Business and People Office (BPO) auf, institutionellen Rassismus bei Mercedes-Benz
Südafrika zu untersuchen.
Er bekam aber von BPO in Stuttgart keine Unterstützung, kehrte nach Südafrika zurück und erstattete
beim Gleichstellungsgericht in Makhanda, Südafrika, Anzeige wegen institutionellen
Rassismus gegen MBSA.
Herr Quvane wirft Mercedes-Benz Südafrika vor,
weiße Bewerber, Arbeiter und Angestellte bei Einstellungen
und Beförderungen im Rahmen seiner
Personalpolitik zu privilegieren, zu bevorzugen und
zu begünstigen. Er kritisiert weiterhin, dass selbst
bei der Einstellung Schwarzer Arbeiter und Angestellter
für exakt die gleichen Tätigkeiten wie ihre
weißen Kollegen, weiße Arbeiter und Angestellte
bevorzugt und begünstigt werden. Sie erhielten
deutlich höhere Löhne, Gehälter, Boni, Sonderzahlungen (einschließlich Gewinnbeteiligungen)
und jährliche Gehaltserhöhungen im Vergleich zu Schwarzen Arbeitern und Angestellten.
Schwarze Arbeiter und Angestellte erhielten nur ein Viertel, die Hälfte oder deutlich weniger an
Löhnen, Gehältern und Boni als ihre weißen Kollegen. Diese genannten Ungleichbehandlungen
bei Löhnen, Gehältern und Boni während des gesamten Arbeitslebens Schwarzer Arbeitnehmer
haben enorme negative Auswirkungen auf ihr Leben während ihres gesamten Arbeitslebens bis
hin zum Renteneintritt. Schwarze Arbeitnehmer erhalten im Vergleich mit ihren weißen Kollegen
fast keine Rente.
Das alles geschieht in einem Land, in dem weit über 80 % der Bevölkerung afrikanischer
Herkunft sind. Eine interne Umfrage von MBSA aus dem Jahr 2016 ergab, dass von 54 Führungspositionen
nur zwei mit Managern afrikanischer Herkunft besetzt waren.
Herr Quvane beschreibt: „Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Stuttgarter Zentrale von Mercedes-
Benz die Untersuchung der oben genannten Fälle von offenem und eklatantem Rassismus
bei MBSA deshalb verweigert hat, weil sie sich dieser Situation von Anfang an bewusst war. Mir
wurde von Mitarbeitern der Stuttgarter Werke glaubhaft versichert, dass die Zentrale alle zwei
Jahre ein Expertenteam aus Prüfern und Ermittlern zu MBSA entsendet, um eine Unternehmensprüfung
durchzuführen (Vergütungs- und Leistungsprüfungen, d. h. die Prüfung von Unstimmigkeiten
bei Lohn-, Gehalts- und Bonuszahlungen sowie Gehalts- und Gehaltserhöhungen).
Dieses Team führt auch eine Personalprüfung durch (d. h. die Prüfung von Unstimmigkeiten
bei Einstellungen und Beförderungen im Rahmen der Einstellungs- und Auswahlverfahren
Foto - eigen
von MBSA). Die Gefahr, die von der Weigerung der Mercedes-Benz-Zentrale in Stuttgart ausgeht,
diese Fälle von offenem und eklatantem institutionellem Rassismus zu untersuchen, besteht
darin, dass sie Herrn Quvane in eine prekäre Lage gebracht hat.“ Sein Leben und das
seiner Familie sind in Gefahr. Südafrika verzeichnet die weltweit höchste Anzahl an Morden
an Whistleblowern. Mercedes-Benz wird direkt zur Verantwortung gezogen, sollte Herrn Quvane
und seiner Familie in diesem Zusammenhang etwas zustoßen.
Herr Quvane hat sich entschlossen, alle Informationen, Dokumente und Aufzeichnungen, die er
mit dem Mercedes-Benz-Hauptsitz (BPO-Büro) geteilt und dem Gleichstellungsgericht in Südafrika
vorgelegt hat, öffentlich zu machen. Er ist der Ansicht, dass die Welt, unabhängig von seinem
Schicksal, jedes Detail des Rassismus bei MBSA erfahren sollte.
Wir fordern eine umfassende externe Untersuchung der mutmaßlichen Fälle von institutionellem
Rassismus bei MBSA sowie die vollständige Rückzahlung aller ausstehenden Löhne, Gehälter,
Einkünfte, Boni, Gehaltserhöhungen und Rentenbeiträge an alle betroffenen Schwarzen Arbeiter
und Angestellten von Mercedes-Benz Südafrika. Wir fordern ein sofortiges Ende des Rassismus
bei MBSA! Wir fordern Justice for Justice!
Wir zitieren (gekürzt) aus einem Artikel des DailyDispatch vom 4.9.25:
Ehemaliger Mitarbeiter erhebt Rassismusvorwurf
gegen Mercedes-Benz
SA (Südafrika)
„Ein ehemaliger Mitarbeiter von Mercedes-
Benz SA hat Klage gegen das Unternehmen
vor dem Gleichstellungsgericht
eingereicht und wirft diesem institutionellen
Rassismus vor.
Justice Quvane, der in Mercedes-Benz-
Werken in East London und Deutschland
gearbeitet hat, behauptet, dass sich das
südafrikanische Unternehmen bei der Besetzung von Führungspositionen
und Beförderungen „sehr offen und unverhohlen rassistisch“ verhalten
habe.
Er wandte sich letzte Woche an das Gericht mit Sitz am Obersten Gerichtshof
in Makhanda. In seinen Schriftsätzen wirft Quvane Mercedes-
Benz SA (MBSA) vor, weiße Angestellte und Bewerber gegenüber
Angehörigen anderer Ethnien zu begünstigen, zu bevorzugen und ihnen
Privilegien zu verschaffen. …..“
Wir, die Konzernkoordinierung Mercedes-Benz / Daimler der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz
erklären die volle Solidarität gegenüber Justice Quvane und veröffentlichen seine Anklage
weiter. Wir unterstützen ihn in seinem Kampf gegen den strukturellen Rassismus bei Mercedes
SA. Auch in Deutschland klagen unsere migrantischen und geflüchteten Kolleginnen und
Kollegen, dass sie rassistischen Äußerungen und Verhalten von Vorgesetzten ausgesetzt sind.
Damit darf der Konzern nicht durchkommen.
Befeuert wird das von der AfD mit ihren Remigrationsplänen und Hetze gegen Flüchtlinge. Das
spaltet uns und schwächt unsere Einheit. Die internationale Arbeitereinheit ist unser Trumpf im
Kampf gegen die Angriffe der Konzerne auf Arbeitsplätze, soziale Rechte und Umweltschutz!
JUSTICE for JUSTICE - ein Prozess für Gerechtigkeit!
Kontakt und weitere Info: iac-sifi@web.de
www.automotiveworkers.org V.i.S.d.P.: Anke Jäckh, Fuchsweg 33, 71063 Sindelfingen
Foto - Eigen

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