Workshop zum Opel-Buch in Indien - Da haben wir nicht schlecht gestaunt!
Mit dabei einige Gewerkschafter von T.U.I.C und S.E.M.. Von ihnen erfuhren wir von längeren Streiks in Indien, von denen wir in Deutschland noch nie etwas gehört hatten. Zum Beispiel streikten die Belegschaft in einem Bosch-Werk 85 Tage. Dabei gelang es zwar nicht, die Entlassung von 540 Leiharbeitern zu verhindern. Aber sie setzen ihr Recht durch, eine Gewerkschaft zu gründen und einen Tarifvertrag abzuschließen. Eine andere Belegschaft streikte 56 Tage.
Die Kollegen bereiteten diesen Streik 6 Monate lang vor. Unter anderem verhandelten sie mit Schulen und Vermietern, dass sie während des Streik nicht zu zahlen (Schulgeld) brauchten. So konnten die Kindern weiter zu Schule gehen und die Familien flogen nicht aus ihren Wohnungen. Bei Bajaj Auto streikten sie 45 Tage, unter anderem um das Recht, die Gewerkschaft aufbauen zu dürfen. 6 Gewerkschafter wurden dann gekündigt. Darauf zogen sie mit ihren Streikposten vors Tor, was in Indien verboten ist. So setzten sie die Wiedereinstellung der 6 Entlassenen durch. Außerdem konnten sie ihre Gewerkschaft im Werk aufbauen. Vom Opelstreik 2004 beeindruckte die indischen Kollegen, wie es gelang, Öffentlichkeit und Familien einzubeziehen.
Weitere Themen wurden heiß diskutiert, auch nach Ende des Workshops. So wurde unser Workshop ein lebendiger Erfahrungsaustausch in den drei Sprachen Hindi, Deutsch und Marathi. Manchmal hat man ja eine Einbahnstraße im Kopf, nur sein Werk oder Deutschland zu sehen. Aber unser Workshop hat uns alle bereichert und unseren Zusammenhalt gestärkt. Unter uns Opelkollegen haben wir gesammelt und unseren Gewerkschaftskollegen aus Indien drei englische Ausgaben des Buchs "Was bleibt" als Gastgeschenk überreicht. Verbunden mit dem Wunsch, in Zukunft noch mehr über ihre Kämpfe und Leben zu erfahren.
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