Unser 2. Tag auf der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz in Pune, Indien
22. November 2025: Ein Korrespondent berichtet: Trotz einer kleinen Verspätung sind wir heute mit weiteren Länderberichten in den 2. Tag der Internationalen Autmobilarbeiterkonferenz gestartet. Heute haben wir Länderberichte aus der Türkei, Belarus, Frankreich, Italien, Russland, Deutschland, Mexiko, USA, Venezuela, Portugal und Brasilien gehört. In fast allen Berichten wurde erwähnt, dass die Verschärfungen gegen Arbeiter zunehmen, aber dass die Arbeiterinnen und Arbeiter auch zunehmend auf den Plan treten. Sie beteiligen sich an Arbeiterkämpfen, Demonstrationen und Streiks,, selbst unter sehr schweren Bedingungen.
Ein Korrespondent berichtet:
Trotz einer kleinen Verspätung sind wir heute mit weiteren Länderberichten in den 2. Tag der Internationalen Autmobilarbeiterkonferenz gestartet. Heute haben wir Länderberichte aus der Türkei, Belarus, Frankreich, Italien, Russland, Deutschland, Mexiko, USA, Venezuela, Portugal und Brasilien gehört. In fast allen Berichten wurde erwähnt, dass die Verschärfungen gegen Arbeiter zunehmen, aber dass die Arbeiterinnen und Arbeiter auch zunehmend auf den Plan treten. Sie beteiligen sich an Arbeiterkämpfen, Demonstrationen und Streiks,, selbst unter sehr schweren Bedingungen.
Wir wollen euch eine kurze Zusammenfassung über die Länderberichte geben:
Leider konnte wegen der Repression im Land keine türkische Delegation persönlich erscheinen. Sie berichten, dass die Türkei das 10-schlechteste Land in Bezug auf Gewerkschaftsrechte sei. Nur 12-13 Prozent seien in Gewerkschaften organisiert. Explizit sprechen sie davon, dass wir die ökonomischen und politischen Kämpfe verbinden müssten statt Chauvinismus und Rassismus zur Spaltung der Arbeiter zuzulassen.
Der Bericht aus Belarus gab einen Einblick in die politischen Aktionen der Arbeiterklasse. Sie protestierten 2020 nach der Wahl von Lukaschenko, der mit 80 Prozent der Stimmen gewählt worden sein soll. Gegen diesen massiven Wahlbetrug gab es Streiks und Demonstrationen. Sie berichten auch, dass die Polizei in Fabriken gegen die Arbeiter eingesetzt werde.
Aus Frankreich wird berichtet, dass es eine ähnliche Situation mit Stellantis sei, wie in Deutschland. Eine Reihe von Werken soll geschlossen werden. Sie sprechen sich für eine offensive internationale Koordination der Arbeiter aus.
Freunde aus Italien berichteten, dass es gängige Praxis sei, dass große Unternehmen ihre Produktion in kleinere auslagern, um Gesetze zu umgehen, was schlechtere Bedingungen für die Arbeiter bedeute. Ferrari in Bologna habe einen Einfluss auf die Politik dort, weil sie für Wohlstand sorgen würden, z. B. gibt es Strafverfahren gegen Arbeiter. Sie wollen am 28.11. einen Generalstreik organisieren.
Die russische Delegation berichtet von massivem Personalabbau in der Industrie. Vor dem Ukraine-Krieg habe es 18 Produktionen gegeben, jetzt nur noch 6. Renault, Toyota und Ford hätten massiv Arbeitsplätze abgebaut bzw. ganz geschlossen.
Aus Deutschland wird berichtet, dass die Autoindustrie der wichtigste Industriezweig sei. Die Arbeiterklasse sei international und gut organisiert in einer Einheitsgewerkschaft als Schlussfolgerung aus dem II. Weltkrieg, als die Gewerkschaften sehr zersplittert waren. Heute stehe ihnen die MLPD mit ihrem Know-How zur Seite bei Arbeiterkämpfen. Sie protestierten gegen die Visumsverweigerungen für die Konferenz, besonders von Gabi Fechtner. Als Abschluss haben sie ein Grußvideo der Kinderorganisation Rotfüchse aus Braunschweig mitgebracht.
Der Bericht aus Mexiko informiert über die prekären Verhältnisse der Arbeiter. Das bedeute 48 Stunden pro Woche zu arbeiten, aber auch bis zu 12 Stunden pro Tag und 72 Stunden pro Woche. Sie berichten von systematischem Mobbing gegen Kranke.
Der Vertreter aus den USA sprach darüber, dass die Zölle gegen China die Globalisierung gefährden würden. Verbrenner würden gefördert, weil Trump als Klimaleugner die Umstellung auf E-Mobilität ablehnt. Die Gewerkschaft UAW habe sich aus Streiks 2023 sehr gesträrkt. Aber die Führung der UAW hätte den Gedanken der MAGA-Bewegung (Make Amercia Great Again) übernommen. Das zerstöre die Grundlagen der gewerkschaftlichen Kampfkraft. Arbeiter beteiligten sich zunehmend an Aktionen gegen Trump.
Venezuela stehe unter militärischer, imperialistischer Belagerung der USA. Seit 2017 gebe es einen starken Rückgang im Automobil-Sektor mit Personalabbau und Werkschließungen. Es gebe keine Tarifvereinbarungen mehr seit 2015. Stellen würden besonders über freiwillige Pensionierung und Abfindungen abgebaut.
Der Bericht aus Brasilien spricht von Umstrukturierungsprozessen, mit denen Arbeitsplatzabbau und die Senkung von Löhnen einhergingen. Die rechtsextreme Regierung Bolsonaro habe Renten- und Arbeitsreformen auf den Weg gebracht, die zulasten der Arbeiter gehen. Die Lula-Regierung habe diese nicht aufgehoben. Gegen die kapitalistische Richtung forderte die Delegation unter anderem die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich oder das Ende der Unterdrückung von Frauen, LGBTQ, Schwarzen, Indigenen und Migranten.
Portugal berichtete von der Gewerkschaft STASA, die noch sehr jung sei. Die Autoindustrie sei nicht besonders groß, aber bedeutend, besonders wegen des Exports. VW, Stellantis, Mitsubishi und Toyota produzieren dort. Das Arbeitsrecht soll geändert werden, was unter anderem ein Angriff auf das Streikrecht dort sei. Für den 11.12. sei ein Generalstreik geplant.
Einige Berichte vertraten, dass die Schließungen von Werken „sozial verträglich“ sein sollten ähnlich wie in Deutschland. Dagegen wurde von deutschen Teilnehmern berichtet, dass man keine Illusionen haben dürfe, denn es würden in Deutschland dabei beständig Arbeitsplätze vernichtet.
Nach den Länderberichten leitete die ICOG die Delegiertenversammlung mit einem Einleitungsbeitrag ein. Sie berichtete selbstkritisch, dass bei der letzten IAC deutlich mehr Teilnehmer angereist sind. Das hat viel mit bürokratischen und auch repressiven Einreisebeschränkungen zu tun. Aber auch die Mobilisierung wurde deutlich zu spät angepackt. Wichtig ist das Motto „Kein Kampf darf heute alleine stehen“, was den internationalen Charakter deutlich macht. Die ICOG hat zu wesentlichen Fragen Stellung genommen wie gegen den Völkermord in Gaza, die Einschätzung zum Ukraine-Krieg und weiteres.
Während sich die Delegationen ausführlich besprechen und diskutieren konnten, fand für die anderen Teilnehmer eine Veranstaltung zur faschistischen Gruppe „Zentrum Automobil“ statt. Da wir keinen Hindi-Übersetzer zur Verfügung hatten, hat sich ein Teilnehmer spontan bereit erklärt. So organisieren sich die Arbeiter ihren internationalen Austausch selbst. Alle waren sehr interessiert, wie die antifaschistische Arbeit im Betrieb funktioniert. Diskutiert wurde unter anderem, dass die jüngeren von den älteren Kollgegen lernen müssten, dass es genau wie „Deutschland zuerst“ auch z. B. „Hindu first“ gebe.
Bei einem Workshop danach konnten sich die Teilnehmer kulturvoll einbringen. Es wurden Arbeiterlieder aus aller Welt eingeübt, begleitet von Trommeln und Gitarre.
Das Abendprogramm hat Indien als Gastgeber organisiert. Wir sahen verschiedene indische Tänze und die indischen Genossen haben uns mit Gesang und Trommeln begeistert. Zum Abschluss wurde gemeinsam getanzt.
Artikelaktionen
