Internationaler Infobrief Stellantis Nr. 29 – Dezember 2025

12. Dezember 2025: Von der Konzernkoordinierung Stellantis in der IAC: Liebe Kolleginnen und Kollegen, die 3. Internationale Automobilarbeiterkonferenz in Indien hat erfolgreich stattgefunden! Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Indien von den Gewerkschaftsverbänden SEM und TUCI sowie aus zehn weiteren Ländern haben vier Tage lang beraten, gemeinsam gefeiert und demonstriert. Aus mindestens weiteren sieben Ländern waren Kollegen virtuell oder mit Grußbotschaften beteiligt. “AutomobilarbeiterInnen stehen auf gegen Ausbeutung, Rechtsentwicklung und Faschismus, Kriegsgefahr und Umweltzerstörung!” - mit dieser Leitlinie wurde eine programmatische Resolution verabschiedet. Sie lenkt den Blick der Automobilarbeiterinnen gerade auf die Verbindung ihrer Kämpfe um soziale und wirtschaftliche Fragen mit dem politischen Kampf. Dazu gab es neben den Konzernforen auch thematische Foren von Gesundheitsschutz bis Sozialismus. Die Delegiertenkonferenz wählte eine neue, stärkere internationale Koordinierungsgruppe aus sechs Ländern. Wir haben auch eine Demonstration in der Automobilarbeiterstadt Pune gemacht und Abends kräftig zusammen gefeiert.

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In einer Zeit, in der Stellantis weltweit Werke infrage stellt, Belegschaften gegeneinander ausspielen will, wo nationalistisches und faschistisches Gift in der Arbeiterklasse verbreitet wird, braucht es eine klare Antwort: Internationale Arbeitereinheit, gemeinsame Aktionen und konsequente Solidarität, die gut organisiert werden muss!

 

Wir wollen mit diesem Infobrief über Kernpunkte der Konferenz berichten und dazu beitragen, dass die Ergebnisse Wirklichkeit werden.

 

1. Konzernweit gemeinsamer Kampf statt nationalistischer Spaltung – Warum ein gemeinsamer konzernweiter Aktionstag für Frühjahr 2026 jetzt vorbereitet werden muss.

Aus der Diskussion beim Stellantis-Forum auf der Konferenz wurde deutlich, dass Stellantis versucht, die Belegschaften international gegeneinander auszuspielen, aber auch innerhalb der Werke Spaltung zwischen Stammbelegschaften und Leiharbeitern zu schüren. Der neue Chef von Stellantis, Antonio Filosa, setzt dabei bewusst auf einen Kurs der verschärften Umweltzerstörung durch Verbrennermotoren. Er behauptet, dass er nur “auf den Markt hören” würde, in Wirklichkeit ist er von kapitalistischer Profitgier getrieben, die bereit ist, rücksichtlos die Existenz der Menschheit für kurzfristige Profitsteigerung zu opfern. Die besten Knechte der kapitalistischen Konzerne sind dabei die Faschisten mit ihrer Hetze gegen den Umweltschutz. Wir AutomobilarbeiterInnen lassen uns nicht missbrauchen für eine Produktion, die unseren Kindern und Enkeln die Lebensgrundlagen entzieht. Wir übernehmen Verantwortung für die Zukunft der Menschheit und bauen dafür eine starke internationale Beasisbewegung auf. Kein Kampf darf in Zukunft alleine stehen!

Wir haben dazu einen gemeinsamen internationalen Aktionstag im Frühjahr 2026 beschlossen – gegen die Pläne von Stellantis, Werke zu schließen, die Produktion in Europa massiv herunterzufahren und Beschäftigte systematisch unter Druck zu setzen. Ein genauer Termin wird zügig mit allen Beteiligten abgestimmt. Wir warten nicht ab, bis Stellantis im Mai oder Juni seine “neue Strategie” bekannt gibt, sondern sagen ihnen vorher lautstark den Kampf an! Wir haben ausgewertet, wie z.B. in Eisenach / Deutschland durch internationale Solidarität eine geplante Werksschließung erfolgreich verhindert werden konnte. Dagegen war die Solidarität mit den Kollegen in Luton / Großbritannien nicht ausreichend. Es ist klar, dass ohne harte, länderübergreifende Streiks die Angriffe nicht zurückgeschlagen werden können. Dazu braucht unsere Koordinierung eine höhere Qualität! Wir müssen dazu auch stärker mit Gewerkschaften, Parteien und Bewegungen zusammenarbeiten.

 

2. Am Stellantis-Forum nahmen Delegierte aus Indien, Italien und Deutschland teil, nachdem gemeinsam mit den Delegierten aus den USA und Brasilien beschlossen wurde, die bisherige gemeinsame Koordinierung für GM und Stellantis auf mehr Schultern zu verteilen. Es wurde eine neue und gestärkte Konzernkoordinierung für Stellantis gewählt.

Ein Brief der CGT bei Stellantis in Frankreich, der auf dem Konferenz vorgetragen wurde, unterstreicht, dass eine ganze Reihe von Werken in Europa von Schließung bedroht sind. Die CGT unterstützt den Vorschlag, nicht abzuwarten, bis konkrete Schließungspläne veröffentlicht werden, sondern jetzt einen internationalen Aktionstag im Konzern vorzubereiten.

Dazu müssen die Kolleginnen und Kollegen mit nationalistischen Spaltungsversuchen fertig werden, wenn z.B in Termoli/Italien verbreitet wird, die Motoren aus Frankreich seien schlechter, oder wenn Gewerkschaften in Deutschland, Frankreich oder Italien nur Investitionen für “ihr” jeweiliges Land fordern.

Am Schluss haben wir von der Konferenz einen Video-Beitrag zur Solidarität mit dem aktuellen Streik der Italienischen Kollegen in Melfi geschickt, die uns über ihren Kampf informiert haben.

 

3. Die Konferenz verabschiedete eine Resolution mit der klaren gemeinsamen Linie:

• Kein Raum für faschistische, nationalistische oder spaltende Ideologien

• Nein zu Krieg, Rüstungsproduktion und Militarisierung, die Arbeiter gegeneinander hetzen

• Schutz der Umwelt statt Profitmaximierung auf Kosten der Zukunft

• Internationale Einheit als Grundlage aller Kämpfe

Diese Resolution ist mehr als ein Papier – sie ist der Auftrag, den die TeilnehmerInnen mit nach Hause genommen haben.

 

 

4. Im Zentrum steht jetzt die Vorbereitung eines starken, gut organisierten gemeinsamen Aktionstags gegen die Stellantis-Pläne. Ziele müssen sein:

* Kampfansage und weitere Sammlung der Kräfte für den notwendigen harten Kampf zur Verhinderung der geplanten Werksschließungen und der Arbeitsplatzvernichtung

* Solidarität gegen Repressionen

* keine Abwälzung der Krisen auf die Belegschaften

* Ausbau der Kontakte in alle Länder mit Stellantis-Werken. Dafür wollen wir auch persönliche Besuche und Gespräche verstärken mit dem Ziel der dauerhaften Vernetzung

* für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich im ganzen Konzern

* Bewusstsein schaffen, dass Verbrennermotoren oder Rüstungsproduktion keine Alternativen sind, weil sie die Zukunft zerstören.

 

Wir freuen uns auf eure Anregungen, Informationen über neue Entwicklungen und eure Rückmeldungen zur Vorbereitung des internationalen Aktionstags. Habt ihr selbst noch Verbindungen in andere Werke? Schickt uns Berichte über Diskussionen in den Belegschaften, gute Argumente, aber auch über Probleme, die noch gelöst werden müssen.

 

Solidarische Grüße,

Eure Konzernkoordinierung Stellantis

 

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