Automobilarbeiter/innen diskutieren, wie gegen den Faschismus kämpfen

23. November 2025: Korrespondenz eines Teilnehmers: Kollegen aus Deutschland bringen mit einem Powerpoint-Vortrag anschaulich ihre Erfahrungen im Kampf gegen die faschistische Betriebsgruppe “Zentrum“ ein. Dass an diesem Workshop etwa 40 Kolleginnen und Kollegen teilnehmen, davon die Hälfte aus Indien, unterstreicht die Bedeutung der faschistische Gefahr als internationalen Erscheinung.

Besonders wichtig war dem Referenten, wie man in geduldiger Auseinandersetzung die Kolleginnen und Kollegen davon überzeugt, dass Faschisten unsere Sorgen und Kritiken nur scheinbar aufgreifen. Letztlich wollen sie die Gewerkschaften als Organisation der Arbeiterklasse zerschlagen.

Als erstes lernen wir Kolleginnen und Kollegen, wie wir uns über Sprachhindernisse hinweg verständigen können. Denn der Vortrag ist auf deutsch. Ein Kollege übersetzt ins Englische. Ein weiterer Kollege bot spontan an, Englisch in Hindi zu übersetzen. So könnten alle verstehen und mitdiskutieren.

Ein Erfahrungsaustausch entwickelt sich, bei dem alle merkten, wir sind eine Klasse und teilen ähnliche Probleme. Ein Kollege aus Nordindien berichtet, wie der Faschismus kulturelle Unterschiede und die Identitätspolitik ausnutzt, um die Arbeiter an diesen Fragen gegeneinander aufzuhetzen. In Indien heißt das, Hindus gegen Moslems. Auch die Menschen in Indien wissen, dass die Herrschenden in Europa vor allem gegen Migranten hetzen.

Durch die sozialen Medien wird die Jugend in die Oberflächlichkeit getrieben, berichtet ein indischer Kollege von einem Autozulieferer. Sie weiß zum Teil nicht mehr, wie unsere Rechte erkämpft wurden. Sie wissen nicht mehr, wer Hitler war. Die regierende Partei in Indien verehrt dagegen Hitler seit ihrer Gründung. Deswegen ist wichtig zu wissen, worauf ein deutscher Kollege hinweist dass die Hitlerfaschisten zuerst die Gewerkschafter, Kommunisten und Sozialdemokraten einsperrten und ermordeten. Gegen die Oberflächlichkeit braucht es weltanschauliche Aufklärung, erklärt ein Kollege. „Dass Trump eine Woche des Antikommunismus ausruft, beweist, dass die Herrschenden in den USA das Gespenst des Kommunismus fürchten.“

Eine Kollegin aus Deutschland berichtet, dass die faschistische Betriebsgruppe behauptet, wir hätten es mit einer Regierung „des echten Sozialismus“ zu tun. Ein Begriff, den nur die MLPD für ihre Zielsetzung verwendet. Wir sollten auch mehr über den Sozialismus sprechen – auch in den Gewerkschaften.

Die Gewerkschaften zu einem Bollwerk gegen den Faschismus zu verteidigen und zu entwickeln, darin besteht Einigkeit.

 

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