Resolution von Kolleginnen und Kollegen bei Daimler Sindelfingen zum Tarifabschluß 2021

An die Tarifkommission der IG-Metall Baden-Württemberg, zur Kenntnis an die Tarifkommission Berlin-Brandenburg-Sachsen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir Kolleginnen und Kollegen von Mercedes-Benz Sindelfingen aus dem Bereich Bodytec sind mit der Tarifübernahme von NRW und dem Abschluss für BW nicht einverstanden.

 

Für diesen Abschluss sind wir nicht auf die Straße gegangen! Wir hatten doch erst begonnen, unsere Kampfkraft zu entfalten.

Warum fragt ihr nicht die Mitglieder in Form einer Abstimmung ob wir mit dem Verhandlungsergebnis einverstanden sind?

 

Der Tarifvertrag ist nicht mehr verständlich und nachvollziehbar – wir verstehen aber genau, dass wir für fast 5 Jahre (von Februar 2018 bis September 2023) keine monatliche tabellenwirksame Lohnerhöhungen haben, obwohl alles teurer wird. Einmalzahlungen können das nicht ersetzen. Es gibt aber überhaupt keinen Grund zu verzichten!

 

Wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise? Wegen Corona? Wegen der Aktionäre? Wegen dem Wettbewerb? Wegen Modernisierung? Wegen dem eigenen Standort?
Wir lassen uns nicht erpressen!

Wer sich erpressen lässt, der macht den Erpresser nicht satt, sondern nur noch gieriger.

Wir brauchen monatliche Lohnerhöhungen, die auch Schicht- und Akkordzulagen erhöhen, Rentenwirksam sind und auf Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld wirken, statt weiteren flexiblen Regelungen, die an den „Unternehmenserfolg“ gekoppelt sind.
Flexibilisierung der Arbeitszeit und Arbeitszeitverkürzung auf unsere Kosten, da sagen wir: Nein!

Wir brauchen auch keine neuen Wörter und -zig Ausführungen, die verschieden interpretiert werden.


4% Lohnerhöhung ist eine klare Forderung, 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich ist eine klare Forderung – Produktivitätssteigerungen rechtfertigen das schon lange.

 

Außerdem ist es völlig unverständlich, warum wir in BW jetzt Abschließen, während im Tarifbezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen die Auseinandersetzung um die Angleichung der Arbeitszeiten in Ost und West an Fahrt aufnimmt und 24h-Warnstreiks angekündigt sind. Diese Angleichung ist schon lange gerechtfertigt! Sie kann nur erkämpft werden, wenn die ganze IGM das durchsetzt, anstatt das den angeblich betroffenen Regionen zu überlassen. Die Spaltung und niedrigere Löhne/schlechtere Arbeitsbedingungen schadet uns allen. So werden wir ständig mit den niedrigeren Lohnkosten an anderen Standorten erpresst. Deshalb ist diese Auseinandersetzung auch in unserem Interesse. Mit dem Abschluss im Südwesten geben wir ein wichtiges Mittel unserer Kampfkraft aus der Hand!

Dem Unternehmerverband Südwestmetall unter seinem Vorsitzenden, dem Daimler - Personalvorstand Wilfried Porth, zeigen wir die rote Karte.
Seine Angriffe auf Schichtzulagen, Pausen und Altersabsicherung haben wir erfolgreich abgewehrt, aber warum sollen dazu Gespräche geführt werden wie es in der Presse steht ?

Solidarität ist unsere Stärke - zusammenhalten - klare Forderungen - dafür kämpfen und streiken wir.

 

Einstimmig von 10 Kolleginnen und Kollegen beschlossen

 

 

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