Internationale Solidarität und konzernweiter Kampf gegen die Schließung des Opel-Werks in Eisenach/Deutschland

Kurz nach den Bundestagswahlen hat Opel eingeleitet, ab sofort für das Werk in Eisenach in Ostdeutschland die Produktion bis Jahresende zu stoppen. Begründet wird das mit dem Mangel an Halbleiter-Chips. Die Maßnahme steht aber im unmittelbaren Zusammenhang zu Krisenerscheinungen mit Absatzrückgängen und strategischen Umstrukturierungsplänen ausgehend vom Mutterkonzern Stellantis. Die Bänder werden in Eisenach komplett leer gefahren, 1300 Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. Im Widerspruch zu den Erklärungen von Opel an die Öffentlichkeit gibt es Hinweise darauf, dass damit eine finale Werksschließung in Eisenach ab 2022 vorbereitet wird. Mit dem Produktionsstopp des Grandland X werden Lager leer geräumt und Material in andere Werke geschickt. Der Facelift des Grandland soll jetzt im Werk in Sochaux/Frankreich produziert werden. Dort sind bereits Sonderschichten geplant. Wozu dann die Kurzarbeit in Eisenach?

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Der Angriff auf die Belegschaft in Eisenach reiht sich ein in die Angriffe auf die gesamten Opel- und Stellantis-Belegschaften. In Bochum wehrt sich die Belegschaft gegen Pläne, die Arbeitszeit auf 37,5 Stunden in der Woche ohne Lohnausgleich zu erhöhen. Neu eingestellte Kollegen sollen zum niedrigeren Kontrakt-Logistik-Tarif bezahlt werden. In Rüsselsheim will Opel weitere 2000 Arbeitsplätze vernichten. Die Neuausrichtung und Umstrukturierungen im Gesamtkonzern bei Stellantis beinhalten den Wegfall von weltweit bis zu 40 000 Arbeitsplätze.

Jetzt sind weltweit alle Belegschaften herausgefordert, den konzernweiten Kampf gegen die Schließung von Opel in Eisenach und alle weiteren Angriffe aufzunehmen.

Am 22. Juni beteiligten sich Delegationen aus den Opel-Werken in Deutschland an einem Aktionstag ihrer Kolleginnen und Kollegen in Sochaux/Frankreich. In unserer Solidaritätserklärung hatten wir geschrieben: „International versuchen die Autokonzerne die Lasten der weltweiten Krise aufgrund von Umstellung auf Elektromobilität und allgemeiner Überproduktion, verschärft noch durch die Corona-Pandemie, auf die Arbeiter*innen abzuwälzen: Entlassungen, Lohnkürzungen, Flexibilisierung, Leiharbeit, Erhöhung der Akkorde sind ihre Maßnahmen, um ihre Profite zu sichern. Dafür versuchen sie die Beschäftigten der Werke gegeneinander auszuspielen und die internationale Produktion in ihrem Profitinteresse zu optimieren. Dabei gehen sie skrupellos über unsere Interessen, über erkämpfte Rechte und Errungenschaften der Arbeiter*innen hinweg.“

Wer eine Belegschaft angreift, greift alle an. Es ist deshalb ein wichtiges Zeichen, dass sofort eine Solidaritätserklärung aus Sochaux an die Eisenacher Belegschaft einging. In Eisenach wurde ein Solidaritätskreis gegründet und eine Mahnwache organisiert.

Die internationale Solidarität und der konzernweite Kampf steht auf der Tagesordnung und muss entschlossen organisiert werden.

Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich! Wir kämpfen um Arbeitsplätze und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!

Hoch die die internationale Arbeiter- und Gewerkschaftseinheit!

Hoch die Internationale Solidarität!

 

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