Niederlande: Metall-Tarifvertrag: Wer nicht hören will, muss fühlen!

Dokumentiert aus der Zeitung des Rode Morgen vom 1.2.2021: Der nächste Schritt muss sein: Ein branchenweiter Streik mit einer gemeinsamen landesweiten Demonstration. Am Donnerstag, den 21. Januar, begann der Staffelstreik für einen besseren Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie. Seit September laufen die Gespräche über einen neuen Tarifvertrag - ohne Ergebnis. In Eindhoven begannen die Arbeiter von DAF und ASML einen 48-stündigen Streik, und Fokker, Thyssen Krupp und Scania haben am Freitag, den 22. Januar, für 24 Stunden gestreikt.

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Am Montag, 25. Januar gab es einen Streik in Drenthe bei Trivium und Fokker - und in Friesland bei Buig Zentrale Steenbergen und Royal de Boer, Jongia und De Wulff.

Der Tarifvertrag für die Metallarbeiter umfasst 160.000 Arbeiter in großen Industrieunternehmen wie IHC, Fokker, DAF, VDL, ASML, Stork, Siemens und Scania.

Der Staffellauf wird so lange fortgesetzt, bis eine Vereinbarung mit dem Unternehmerorganisation FME.

Die Gewerkschaften fordern fünf Prozent für 2 Jahre. Die FME betrachtet dies als unverantwortlich und nicht durchführbar und bietet 2,25 Prozent – knapp 1,1 Prozent pro Jahr. Ein Rückschlag, denn das deckt nicht einmal den Preisanstieg ab, ganz zu schweigen von der Erhöhung der Gebühren und Mieten. Weitere Anforderungen sind ein Beschäftigungsprogramm, das die drei Jahre zuvor mit Arbeit, Vereinbarungen über die dauerhafte Beschäftigung von Flexi-Arbeitern (Leiharbeitern), die gleichen Löhne für Festangestellte und Flexi- rbeiter und Abschaffung des Jugendlohns.

Der FNV-Vorstand wollte keinen Streik und führte die Corona Gefahr als Argument an. Mitglieder der Gewerkschaften sammelte in den Unternehmen Unterschriften für einen Streik.

Sie haben einen Weg gefunden, der Coronaschutz gerecht ist: die Streikenden versammeln und stehen nicht an einem Ort, um sich anzumelden, sondern fahren ihre Autos an eine 'Streikstraße' und geben ihr Streikformular ab, das vorher ausgefüllt ist.

In Eindhoven waren am ersten Tag rund 1300 Streikende aus DAF und 150 von ASML auf diese Weise registriert. Zum Aufwärmen trat ASML am 12. Januar für eine Stunde in den Streik, an dem 622 Arbeiter teilgenommen haben.

Während des letzten Kampfs für einen Tarifvertrag im Jahr 2018 streikten Kollegen bei DAF 18 Tagen lang zur Durchsetzung eines verbesserten Tarifvertrags. In einer Reihe von Jahren hat die Arbeiterklasse eine starke Verschlechterung leiden müssen, wie zum Beispiel die Verschlechterung des Kündigungsschutzes und die Verkürzung der Dauer der Arbeitslosigkeit und die Abschaffung des derzeitigen Rentensystems.

Solange der Kapitalismus existiert, müssen die Arbeiter weiterkämpfen. Deshalb sagte Karl Marx, dass wir nicht nur für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen sollten und höhere Löhne, aber wir müssen auch kämpfen für die Abschaffung des gesamten Lohnsystems - des kapitalistischen Ausbeutungssystems mit seinen Krisen, Redundanzen, Armut, Konkurrenzkriege und Flüchtlinge und Zerstörung der Umwelt.

 

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