Gerade in der Corona-Pandemie: Für einen kämpferischen 8. März! Heraus zum internationalen Frauentag!

Die Internationale Automobilarbeiterkoordination ruft auf:

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Seit einem Jahr hat sich unser ganzes Leben durch die Corona-Pandemie drastisch verändert. Weltweit sind über 2,2 Millionen Todesfälle und über 130 Millionen Erkrankte, mit teils nachhaltigen Leiden, zu beklagen. Frauen stehen vorne dran im weltweiten Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten, für Gesundheitsschutz statt profitorientiertem Krisenmanagement. Gemeinsam mit den Männern kämpfen Frauen gegen verschärfte Ausbeutung der Arbeiter*innen, für Umweltschutz und demokratische Rechte, gegen Rassismus und Krieg.
In Argentinien, Polen, Peru, Mexiko wachsen Demonstrationen für das Recht auf Abtreibung, oft verbunden mit der Forderung nach Rücktritt der Regierung. Ausgehend von den US-amerikanischen Frauen erstarkte die weltweite „Me-too Bewegung“ und bei Kämpfen gegen Faschisten stehen Frauen vorne dran. In Indien fanden am 18.1., am Tag der Bäuerin, kämpferische selbstbewusste Aktivitäten statt. Das war ein weiterer Höhepunkt nach dem weltweit wohl bisher größten Generalstreik am 26. November 2020 in Indien mit 250 Millionen Beteiligten.
Frauen stehen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie an erster Stelle. Im Gesundheits- und Pflegebereich verbinden sie, wie in Deutschland, den Kampf um höhere Gehälter mit der Forderung nach mehr Personal und Wertschätzung ihrer Arbeit. Als Erzieherinnen oder Verkäuferinnen sind sie ständig der Gefahr einer Covid 19-Infektion ausgesetzt. Doch ihre Bezahlung ist alles andere als "erstklassig". In den Wohnungen und Familien ist die Situation durch teilweisen Lockdown, Homeschooling und Homeoffice, die alleinige Verantwortung für die Pflege von Angehörigen, Verdienstausfälle durch Entlassungen und Kurzarbeit oder gar ganz fehlendes Einkommen extrem angespannt. Gewalt an Frauen nimmt zu. In Südafrika wird alle drei Stunden eine Frau ermordet.
Flüchtlingsfamilien werden in oft katastrophalen Lagern schlechter behandelt als Tiere.
Und das alles in einer Welt, in dem das Vermögen der Superreichen auch während Corona noch wächst. Tesla-Chef Elon Musk verfügt zur Zeit über ein Vermögen von 188,5 Milliarden Dollar, 169.000.000.000 Euro! VW erwartet für 2020 einen Gewinn von 10 Milliarden Euro. Gleichzeitig werden Zehntausende Arbeitsplätze in der Automobil- und Zuliefererindustrie vernichtet. Der Arbeiterjugend und besonders Mädchen wird durch die Vernichtung von Ausbildungsplätzen die Perspektive geraubt. Doch viele Belegschaften kämpfen gegen Massenentlassungen, gegen Betriebsschließungen, wie bei Nissan in Spanien oder Ford in Brasilien. Gegen die Entlassung von 14 shopstewards bei VW Südafrika, die für Coronaschutz gestreikt hatten oder gegen sexuelle Unterdrückung und Mobbing von Frauen werden offensive Kämpfe entwickelt.
Die Internationale Automobilarbeiterkoordination steht für den gemeinsamen internationalen Kampf
der Automobilarbeiter*innen, für den Zusammenschluss über Länder- und Branchengrenzen hinweg. In ihrem Internationalen Kampfprogramm stellt sie unter der Losung „Für die Befreiung der Frau“ Forderungen auf, wie „Gleiche Löhne für Frauen und Männer“ oder „kostenlose Betriebskindergärten“. Das Kampfprogramm bleibt aber nicht bei einzelnen Forderungen stehen. „Es ist notwendig, dieses ungerechte System zu überwinden.“ Das gelingt nur mit der gleichberechtigten Aktivität von Frauen und Männern, mit unermüdlicher Kleinarbeit zur Überzeugung immer weiterer Mitstreiterinnen und -streiter, gegen Spaltung und Unterdrückung, gegen Skepsis in die eigene Kraft, für einen optimistischen, weltanschaulich offenen Kampfgeist, den wir gerade heute brauchen.
Organisiert betriebliche und gewerkschaftliche Aktionen zum Internationalen Frauentag – unter strikter Beachtung des Gesundheitsschutzes!
Arbeiter- und Frauenbewegung Hand in Hand!
Begehen wir den 8. März als internationalen Kampftag zur Befreiung der Frau, zur Befreiung der Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung!
Mit internationalistischen Grüßen
Ed Cubelo (Philippinen), Dieter Schweizer (Deutschland)
Koordinatoren der ICOG


Wir trauern um Busisiwe ModasakengBild Buergermeisterin.png

Die Bürgermeisterin der Sedibeng District Municipality in Südafrika, Busisiwe Modasakeng, verstarb am 8.Januar in Verbindung mit Covid-19.

Mit großer Herzlichkeit begrüßte sie die Teilnehmer der 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz am 21.Februar 2020. Sie lobte unseren Zusammenhalt und Kampfgeist. Mit einem beeindruckenden Frauenbewusstsein stellte sie die Zusammenhänge zur Befreiung Südafrikas von der Apartheid, zur Demokratisierung und vor allem zum Kampf um die Befreiung der Frau her. Es sei sehr wichtig, dass Frauen Aktivistinnen sind. “Die Frau gehört nicht mehr hinter den Herd, sondern in die erste
Reihe”, das waren ihre Worte.
Es ist für uns eine große Ehre, Frau Busisiwe Modasakeng kennen gelernt zu haben.
Wir werden ihr ein würdiges Andenken bewahren.

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