Solidaritätskreis mit dem Kampf der Stahlarbeiter und ihren Familien an die Kolleginnen und Kollegen von Daimler-Benz

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen von Daimler-Benz! In Deutschland, Europa und der Welt stehen viele Tausende von Arbeiter*innen vor der Entscheidung, um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz zu kämpfen! Sie können sich der Solidarität von der Bevölkerung sicher sein. Einer muss den Anfang machen! Deshalb beglückwünschen wir von ganzem Herzen, dass ihr euch begonnen habt, eure eigene Rechnung aufzumachen und den Weg des Kampfes gegen die geplante Arbeitsplatzvernichtung des Daimler-Konzerns zu gehen!

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Am 20. Juni 2020 traten Kolleginnen und Kollegen der Schicht 3 vom Kaltwalzwerk 1 bei Thyssen-Krupp-Stahl in Duisburg-Hamborn in einen Streik und Kampf für die unbefristete Übernahme eines Kollegen, der einen Leihvertrag hatte. Sie forderten auch die unbefristete Übernahme aller Leiharbeiter und Kollegen mit Zeitverträgen, sowie aller Auszubildenden! Denn: Unser Herz schlägt für die Zukunft der Jugend. Auch wir erfuhren eine große Solidarität.

Das fuhr den Thyssen-Damen und Herren in die Glieder!

Zum einen weil sie auch Tausende von Arbeitsplätzen vernichten wollen. Zum anderen, weil klar wurde, dass sich die Kolleg*innen das nicht gefallen lassen. Ursprünglich wollten sie mindestens 17 Kolleginnen und Kollegen abmahnen und die Streikzeit nicht bezahlen.

Inzwischen sind sie zurückgerudert und wollen nur einen Vermerk in die Personalakte schreiben, dass ein Personalgespräch stattgefunden hat. Sie fürchten sich vor dem Kampf mit offenem Visier!

Klar wurde aber auch, dass wir hier in Deutschland, einem der wenigen Länder in Europa gar kein Streikrecht haben. Die Kolleginnen und Kollegen vertraten einhellig, dass Streikzeit Arbeitszeit ist.

Die Betriebsrats- und VKL-Spitze verweigerten die Solidarität, weil die Kollegen selbst die Initiative ergriffen haben und weil sie angeblich den guten Tarifvertrag gefährden. Es geht aber um jeden Arbeitsplatz und jede Kollegin und Kollegen! Die sind nicht zu verkaufen.

Der Stahlaktionstag am 16. Oktober in Düsseldorf ist auch ein Zugeständnis an die Kampfbereitschaft. Denn wie sagte ein Kollege: „Das war erst der Anfang!“ Heute seid ihr am Zug und damit wir Morgen alle am Zug sind, gehört euch unsere volle Solidarität. Ihr könnt auf uns zählen!


 

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