Verkehrswende statt Abwrackprämie

Pressemitteilung von Fridays For Future Stuttgart zusammen mit Daimler-Beschäftigten zum Autogipfel am heutigen Dienstag, den 5. Mai

 

(Presseerklärung PDF)

Am heutigen Dienstag, den 5. Mai, findet in Berlin der Autogipfel statt. Die Vorstände der Autokonzerne und ihre Fürsprecher:innen in den Regierungen werden gigantische Subventionierung in Form von Kaufprämien verlangen.

 

Die Wissenschaft ist sich einig: In der Coronakrise sind konsequente Maßnahmen unverzichtbar. Damit die Gesellschaft nicht unter ihnen leidet, brauchen wir kluges politisches Vorgehen. Es ist wichtig, jetzt den Menschen zu helfen, sich gesund zu halten und sie bei der Sicherung ihrer Existenz zu unterstützen.

 

Die Wissenschaft ist sich auch einig darüber, dass es ebenso konsequente Maßnahmen braucht, um die Klimakrise einzudämmen. Dafür kämpft Fridays For Future seit fast eineinhalb Jahren. Wirtschafts- und Klimakrise haben ein gemeinsames Problem: Zu viele Autos!

 

"In der Coronakrise liegen zahlreiche Herausforderungen. Aber auch die Möglichkeit, eine nachhaltige Wende zu gestalten. Es kommt jetzt darauf an, diese wahrzunehmen und die Weichen zu stellen für eine ökologische und faire Zukunft. Dazu brauchen wir eine Verkehrswende: Weg vom Verbrennungsmotor und vom Individualverkehr, hin zu einem besseren ÖPNV und einer besseren Fahrradinfrastruktur", sagt Ben Engelhard, Mitorganisator bei Fridays For Future Stuttgart.

 

Die Coronakrise zeigt, welches Verantwortungsbewusstsein in der Bevölkerung existiert und wie wichtig gelebte Solidarität ist. Sie zeigt auch, welche Möglichkeiten es zur schnellen Umstellung der Produktion in Großbetrieben gibt. Deutlich sehen wir, in welchen gesellschaftlichen Bereichen Jobs geschaffen werden müssen - diese wären gute Ersatzarbeitsplätze in der Verkehrswende.

 

"Natürlich machen wir uns Sorgen um unsere Arbeitsplätze. Aber genauso um die Umwelt. Auch unsere Kinder sollen auf diesem Planeten leben können", so Karin Scheller, IG Metallerin und Betriebsrätin der "Offensiven Metaller" im Mercedes-Werk Untertürkheim. "All die Gesundheitsmaßnahmen heute bringen doch nur etwas, wenn wir morgen ein gesundes Klima haben. Zentral für die Umwelt- und Arbeiter:innenbewegung ist es jetzt, dass wir uns stark machen für eine bundesweite Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche, bei vollem Lohnausgleich. Das erhält Arbeitsplätze bei reduzierter Produktion - auch für kommende Generationen - und senkt außerdem gesundheitlichen Stress sowie das Verkehrsaufkommen."

 

Doch es zeichnet sich ab, dass Konzernchefs und Regierungsmitglieder stattdessen ihre klimaschädliche Verkehrspolitik fortsetzen wollen. Die Produktion soll hochgefahren werden, indem funktionstüchtige Autos verschrottet werden sollen. Das ist weder aus Sicht der Arbeitenden, die diese hergestellt haben, noch aus Sicht der Rohstoffknappheit hinnehmbar.

 

Diese Krise ist der Katalysator für den Wandel nach ihr. Finanzspritzen in diesen Zeiten müssen an ihren Klimafolgen gemessen werden", sagt Lucia Parbel, Mitorganisatorin bei Fridays For Future Stuttgart. „Gelder müssen so verteilt werden, dass sie denjenigen helfen, die die Coronakrise stemmen und gleichzeitig häufig am meisten unter ihr leiden. Das sind vor allem Pflegekräfte, Eltern, Erntehelfer:innen, Einzelhändler:innen und viele mehr. Es ist unglaublich, dass die Bundesregierung in dieser Situation ausgerechnet die Autoindustrie einlädt, um darüber zu reden, wie diese gerettet werden kann. Es kann nicht darum gehen, weitere Privilegien zu schaffen für ohnehin gut gestellte Konzerne. Der Coronakrise darf nicht mit Maßnahmen begegnet werden, die die nächste Krise schüren."

 

Wenn wir eine klimagerechte Zukunft gestalten wollen, müssen wir das jetzt machen. Und zwar gemeinsam - so lautet das Fazit des Zusammenschlusses von IG Metaller:innen und

Fridays For Future - Aktivist:innen aus Stuttgart.

 

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Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an unsere Presseprecher:innen.

Lucia Parbel (Fridays For Future Stuttgart): 0162 7310073

Ben Engelhard (Fridays For Future Stuttgart): 0157 37997088

Karin Scheller (IG Metall und "Offensive Metaller"): 0176 24442697 oder karin.scheller@daimler.com

 

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