Gruppe Stuttgart der Internationalen Automobilarbeiterkoordination:

Infobrief vom 4.5.2020

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Am Beginn der 2. Automobilarbeiterkonferenz in Südafrika belebten wir mit einer Veranstaltung am 19. Februar im ABZ die Arbeit der Gruppe. Mit einer Telefonschaltung waren wir verbunden mit den Stuttgarter Teilnehmern auf der Konferenz.

Es war ein Fehler, dass die Automobilarbeiterkoordination an den Rand gedrängt war und ruhte. Da waren wir beeinflusst von einer angeblich schwindenden Bedeutung der Automobilarbeiter in Zeiten der Digitalisierung und Elektromobilität. Automobilarbeiter werden weltweit gegeneinander ausgespielt. Um so notwendiger ist es, gemeinsam gegen Standortdenken und Konkurrenz, gegen Nationalismus und Antikommunismus anzutreten.

 

Stuttgart ist ein Zentrum der Automobilarbeiter bei Daimler VW/Porsche, Bosch und in vielen Zulieferbetrieben und die 2018 ausgebrochene Weltwirtschafts- und Finanzkrise, ausgelöst durch den Handelskrieg zwischen USA und China, führte zu einem weltweiten Einbruch der Autoproduktion. Alle Autokonzerne wälzten die Krise ab, entließen Leiharbeiter betrieben Massenmobbing um Arbeitsplätze abzubauen.

 

Der internationale Zusammenschluss zur Koordination der Kämpfe der Automobilarbeiter weltweit stand nach der Konferenz in Südafrika vor der neuen Herausforderung der weltweiten Covid-19-Pandemie.

Die Internationalisierung, besonders in der Autoproduktion, machte schlagartig bewusst, dass Gesundheitsschutz bei eng getakteten „Lieferketten“ einen gemeinsamen Kampf erfordert.

Automobilarbeiter waren hier die ersten die für Gesundheitsschutz streikten. Die Daimler Arbeiter in Mettingen legten die Arbeit nieder, weil sie Schulter an Schulter einfach weiterarbeiten sollten bei Corona und auch infizierte Kollegen. Produktion für Profite ging den Konzernführungen über alles. Von Aufklärung über die tödlichen Gefahren des Virus und notwendige drastischen Maßnahmen um Übertragungswege zu unterbrechen keine Spur. Satt dessen Vorhaltungen wascht eure Hände richtig, hustet in die Armbeuge und kommt nicht zur Arbeit wenn ihr Symptome der Krankheit habt.

Wochenlang gab es keinen Mundschutz wurde der ganze Betrieb von der Fahrt zur Arbeit, den Pausen, Umkleiden nicht umgestellt um Abstände einzuhalten.

Kontaktverbot als Versammlungs- und Vereinigungsverbot, da war die Regierung gleich dabei.

In dieser Situation mussten wir zunächst die geplante Veranstaltung zu den Ergebnissen der Automobilarbeiterkonferenz und unserer Aufbauarbeit verschieben.

Mit Corona lenken die Konzernführungen von der Überproduktions- und den Strukturkrisen ab.

 

Es heißt, Bosch zahlt zum Kurzarbeitsgeld von 60 bzw. 67 auf 82 Prozent auf? Richtig ist, dass das Arbeitsamt die Sozialsversicherungsbeiträge und verschont die Konzerne vor der Lohnfortzahlung. Das und Sonderzahlungen aus verechnetem Urlaubs- und Weihnachstgeld ist die Aufzahlung, die wir aus Steuergeldern oder unserem Lohnanteil selber zahlen.

Das neue Kurzarbeitsgesetz, eine versteckte Subvention für Konzerne.

Auf die Kritik, dass Porsche bei Rekordgewinnen auch noch mit Kurzarbeit staatliche Gelder abgreift, geht der Produktionsleiter dreist ein – Porscheabeiter würden auch einzahlen.

 

Doch den 1. Mai den internationalen Kampftag der Arbeiter wollten wir unbedingt nutzen die Automobilarbeiterkoordination voran zu zu bringen. Wir beteiligten uns an dem Bündnis für eine Kundgebung zum 1. Mai unter Beachtung des Gesundheitsschutzes. Beim Bosch in Feuerbach warben wir mit dem Flugblatt der Arbeiterplattform des Internationalistischen Bündnisses unter Kollegen und dem Aufkleber.

Mach mit – in Corona und Krisenzeiten unsere Organisiertheit erhöhen, gerne eine Spende

Eine Aktionseinheit hat sich gebildet, die offen ist für alle auf antifaschistischer Grundlage und für kämpferische Gewerkschaftsarbeit insbesondere gegen die Rechtsentwicklung der Regierung.

Es kann nicht sein, dass wir in Krisenzeiten den Kopf einziehen. Dem stimmten viele zu. Viele waren etwas verunsichert, doch der erste Einsatz zu zweit mit Mundschutz und Handschuhen beim Verteilen für die Arbeiterplattform stieß auf ein insgesamt gewachsenes Interesse.

Bei der Tarif- Nullrunde ist das letzte Wort auch nicht gesprochen. Wir forderten auf

in der IG Metall für die Kundgebung am 1. Mai streiten - dazu Mitstreiter finden.

 

Mit einem Infostand – ein Fahrrad mit Plakat und Holzkiste boten wir das internationale Kampfprogramm an und warben für Erstunterzeichner für den Aufruf zur Kampagne „gib Antikommunismus keine Chance“. Wir sprachen mit dem Zitat von Charly Chaplin an: „Ich bin kein Kommunist, aber weigere mich Kommunisten zu hassen“ - Es geht darum Denkverbote zu überwinden nach gesellschaftlichen Alternativen. Gegen Spenden gingen die ersten druckfrischen Kampfprogramme an klassenkämpferische Automobilarbeiter Daimlerarbeiter, Bosch, revolutionäre und auch couragierte Frauen. Sie nahmen kleine Pakete mit und wollen die Programme im Betrieb den Kollegen anbieten. (130 Stück mit 41,90 Euro)

 

Nachdem im Mai voraussichtlich auch wieder kleinere Veranstaltungen möglich werden bereiten wir diese zu den Ergebnissen der 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz vor. Die vielfältigen Erfahrungen der Stuttgarter Teilnehmer sollen mit der Dokumentation der Koordinierungsgruppe zu einem neuen Aufschwung in unserer internationalen Zusammenarbeit führen.

 

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