AUFRUF zur Solidarität mit den Nissan Arbeiter*innen in Barcelona

Seit dem 4. Mai streikt die komplette Belegschaft des Nissan-Werks in Barcelona unbefristet für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und eine Zukunftsperspektive. Herzlichen Glückwunsch zu diesem mutigen Kampf im sogenannten Alarmzustand, in dem das Streik- und Demonstrationsrecht weitgehend außer Kraft gesetzt ist. Dieser Kampf ist ein Signal und eine Ermutigung für alle Arbeiter*innen, dass wir auch während der Corona-Pandemie gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter*innen und ihre Familien kämpfen können. Diesem Kampf gehört unsere volle Solidarität

 (Flugblatt als PDF)  Bitte ausdrucken und verbreiten....

 

Zum Hintergrund: Seit Herbst 2017 lässt Daimler die X-Klasse (Pick-Up/Pritschenwagen) im Nissan Werk in Barcelona in einer Freihandelszone (Zona Franca) bauen, etwa baugleich und auf derselben Linie mit dem Nissan Navara und dem Renault Alaskan. Weltweit ging die Nachfrage nach Neuwagen aber schon seit Beginn der Weltwirtschaftskrise im Herbst 2018 zurück. Etwa ein Fünftel der weltweiten Autokapazität wird nicht genutzt. Das Werk in Barcelona mit seinen etwa 3500 direkten Arbeitsplätzen war schon vor Corona nur zu 25 Prozent ausgelastet. Im Februar 2020 verkündete Daimler im Rahmen seiner Krisenpläne die komplette Einstellung der X-Klasse.

Nissan wollte jetzt nur die Linie mit den Pick-Up Modellen anlaufen lassen, auf der bis Ende Mai noch die letzten Mercedes-X vom Band laufen sollten. Für die andere Linie, mit dem neuen Elektro-Van Nissan E-NV200 gibt es keine Anlaufpläne. Das alarmierte die Kolleg*innen: Das riecht nach Vorbereitung der Schließung der ganzen Fabrik!

Die Arbeiter*innen werden noch nicht einmal ordentlich informiert, wie es weitergeht. So lassen sie nicht mit sich umgehen.

Die spanischen Kolleg*innen erreichten, dass ausgehend vom kleineren Nissan Werk in Montcada die ganze Fabrik steht, auch die Produktion der X-Klasse (Daimler) verhindert wird.

Der Druck auf den japanische Nissan-Konzern in seiner Kooperation mit Daimler und Renault muss auch international entwickelt werden – diese Koordinierung unterstützt die Internationale Automobilarbeiterkoordination.

Dazu wurde auf der 2.Internationalen Automobilarbeiterkonferenz in Südafrika ein Internationales Kampfprogramm beschlossen, in dem es unter Punkt 10 heißt:

Zur Verwirklichung unseres Kampfprogramms organisieren wir lokal bis international die Solidarität – mit Erklärungen, gemeinsamen koordinierten Aktionen bis hin zu Streiks und Solidaritätskampagnen.“

 

Deshalb rufen wir euch auf:

Macht den mutigen Streik der Kolleg*innen bekannt, spendet zu ihrer Unterstützung und schickt Solidaritätserklärungen!

Verbreitet diesen Aufruf besonders unter allen Daimler-, Nissan- und Renault-Kolleg*innen weltweit!

Berichtet über eure Erfahrungen auf der Homepage www.automotiveworkers.org

Soldaritätserklärungen an info@iawc.info.

 

Deutsche Koordinierungsgruppe der Internationalen Automobilarbeiterkoordination

 

Spendenkonto: KOG Dieter Reimold IBAN: DE38 3601 0043 0950 6064 36

Stichwort: Spende „Nissan-Barcelona“

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