Volle Kraft für die Mobilisierung und Vorbereitung der 2.Internationalen Automobilarbeiterkonferenz (IAWC) 19. - 23. Februar 2020 in Johannesburg/Südafrika

Infobrief Nr. 8 der deutschen Koordinierungsgruppe der Internationalen Automobilarbeiterkoordination im August 2019

(Infobrief Nr.8 downloaf PDF)

Die Freude über das bevorstehende internationale Treffen von Automobilarbeitern in Südafrika kam in einer Video-Botschaft aus Südafrika an das bundesweite Delegiertentreffen zum Ausdruck: „Packt eure Koffer und kommt nach Südafrika...“ Über das erfolgreiche bundesweite Delegiertentreffen der Automobilarbeiterbewegung in Deutschland, das am 23. Juni in Erfurt statt fand, haben wir auf der homepage bereits kurz berichtet. Dieser Infobrief soll die aktuelle Entwicklung, die Beschlüsse und die weitere Vorbereitung beinhalten.

Das internationale Interesse an der 2.Internationalen Automobilarbeiterkonferenz (IAWC) wächst. In Indien schließen sich mehrerer Gewerkschaften in der Vorbereitung der Konferenz zusammen.Wir kennen dies auch schon aus Spanien. Es sind international bedeutende Ergebnisse auch unserer Arbeit mit dem Grundsatz des überparteilichen Zusammenschluß. Weiter wollen Tunesien und Marokko teilnehmen und in Asien gibt es weitere neue Kontakte. Selbstbewusst haben jetzt die Automobilarbeiter in Südafrika ihre Forderungen in der Tarifrunde aufgestellt und betont, sie lassen sich nicht durch negative Absatzzahlen beeindrucken. Organisiert Solidaritätsadressen und Berichte mit den kämpfenden Arbeitern in Südafrika.

Wir freuen uns, dass die ICOR (Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organsationen) beschlossen hat, die 2. IAWC zu unterstützen und dafür zu werben.

Die Verabschiedung des Kampfprogramms auf der 2. IAWC wird ein bedeutender Höhepunkt werden und sicher ergreifend für jeden der direkt dabei sein kann. Damit richten wir unseren Blick schon jetzt auf die Zeit nach der Konferenz, weiter für die Teilnahme an der Bewegung der Automobilarbeiter zu werben und überall das Kampfprogramm zu verankern. Beratet das Kampfprogramm, diskutiert es in den Trägergruppen und mit Kolleg*innen im Betrieb, macht Verbesserungsvorschläge. Stellt die Anträge bis 1.11.2019 an die Kontaktadresse (info@iawc.info).

In dem kämpferischen Geist wählte das bundesweite Delegiertentreffen unsere 5 Delegierten nach Südafrika und 3 Ersatzdelegierte, eine gute Mischung von Jung und Alt, aus vier Autokonzernen und einem Zulieferer, Frauen und Männern, Migranten....

 

Auf dem Delegiertentreffen haben wir beschlossen, dass wir uns breit an die Kollegen, an die IG Metall und die Mitglieder wenden. Dazu gibt es als Muster einen Brief an den IG Metall-Vorstand und die Bezirksleitungen (auf der homepage), die darauf bisher nicht geantwortet haben. Das Delegiertentreffen hat dazu aufgefordert, dass Teilnehmer der Konferenz bei der IG Metall eine finanzielle Unterstützung beantragen, im Sinne der Förderung der internationalen Zusammenarbeit.

Verbreitet weiter die Einladungsflyer zur 2.IAWC und Buttons und Aufkleber für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich. Sie können noch bestellt werden bei der Kontaktadresse. Gewinnt Unterstützer und Aktivisten für die Automobilarbeiterkonferenz, setzt dazu die gemeinsame Unterschriftenliste von der Arbeiterplattform des Internationalistischen Bündnis und der Automobilarbeiterkoordination ein (auf homepage). Verbindet die Diskussionen und Einsätze immer mit Spendensammlung für Flugkosten für internationale Teilnehmer. Unser Spendenziel ist 30 000 EUR, davon wurden bisher über 3 000 EUR gespendet, wir müssen also noch ordentlich zulegen. Mobilisiert und bereitet dazu die drei Spendengalas vor, die wir auf dem Delegiertentreffen für November/Dezember beschlossen haben: in Baden-Württemberg (16.11. in Sindelfingen), in NRW und in Nord/Ost. Die Koordinierungsgruppe schlägt vor, dass sich jede Trägergruppe ein Spendenziel setzt, damit wir die 30 000 EUR erreichen können. Bitte meldet dies, eure Initiativen und gute Erfahrungen, damit alle davon lernen können. Es soll auch auf der homepage der Spendenverlauf dokumentiert werden. „Solidarität International“ unterstützt die Ziele der 2.IAWC, deshalb haben sie dafür ein extra Spendenkonto eingerichtet, worüber die Spenden auch steuerlich absetzbar sind. Diese Zusammenarbeit ist besonders auch bei der Übersetzungs- und Sprachenarbeit sehr fruchtbar: Mobilisieren wir gemeinsam die Sprachtalente aller Kolleginnen und Kollegen, die der Automobilarbeiterbewegung nahe stehen: Sprachenseminar von SI am 31.8./1.9.2019 in Gelsenkirchen (homepage).

Das bundesweite Vorbereitungstreffen hat beschlossen, mit dem frauenpolitischen Ratschlag zusammenzuarbeiten. Der frauenpolitische Ratschlag ist in Deutschland Träger für die Weltfrauenkonferenz. Wir können uns gegenseitig unterstützen und voneinander lernen. Konkret wurde beschlossen, dass die Automobilarbeiter den frauenpolitischen Ratschlag unterstützen indem wir bei ihrem Treffen vom 1. - 3. November in Erfurt die Kinderbetreuung übernehmen. Für Frauen (und Männer) darf es kein Hindernis sein, sich am frauenpolitischen Ratschlag zu beteiligen, wenn sie/er Kinder hat. Im Gegenzug unterstützt der frauenpolitische Ratschlag die Durchführung und Mobilisierung für die Spendengalas. Jede Trägergruppe und jeder wird aufgefordert (auch Männer) sich am frauenpolitischen Ratschlag zu beteiligen und an der Kinderbetreuung, bitte meldet euch zügig, damit wir Schichten einteilen können.

Die Umweltgewerkschaft unterstützt die 2.IAWC auch aktiv und wird ein Forum zum Kampf gegen die drohende Umweltkatastrophe anbieten und vorbereiten.

Als besondere Initiative unterstützt die Koordinierungsgruppe zusammen mit der deutsch-südafrikanischen Freundschaftsgesellschaft Marikana eine englische Ausgabe des Buches über den Kampf um Opel Bochum („Was bleibt... 10 erkämpfte Jahre Opel Bochum...“). Das kann dann mit internationalen Kontakten und in Südafrika eingesetzt werden, um die Erfahrungen der deutschen Automobilarbeiterbewegung zu verbreiten. Um es in solchen Ländern erschwinglich zu verbreiten, sammeln wir für die Übersetzung, Lay-out und Produktionskosten Spenden. Das Ziel sind 3500 EUR. Bitte sammelt dafür Spenden, einen Spendenflyer könnt ihr von der Homepage herunterladen.

Zu Flügen nach Johannesburg/Südafrika hat das Reisebüro „people-to-people“ einen Flyer herausgebracht (homepage), auf dem auch Urlaubsmöglichkeiten nach der Konferenz angeboten werden. Im Moment ist der genaue Konferenzort und -raum noch nicht bekannt. Mit der NUMSA (Metallarbeitergewerkschaft) wird in Johannesburg ein geeigneter Konferenzraum gesucht, es ist dort eventuell zugleich Übernachtungsmöglichkeit vorhanden. Wir bitten alle, unbedingt eine gemeinsame Anreise zu planen/buchen, nicht alleine zu fliegen und jetzt noch keine Unterkunft zu buchen. Denn Johannesburg ist groß und Transport und Sicherheit sind zu berücksichtigen.

Unterstützt den internationalen Einladungsprozess, festigt internationale Verbindungen, übernehmt Partnerschaften, stellt euch als Übersetzer zur Verfügung. Meldet euch dazu bitte bei der Internationale Koordinierung (ICOG), auch bei Fragen. (info@iawc.info). Da die Konferenz selbstorganisiert und selbstfinanziert ist, nicht abhängig von Sponsoren, außer den Arbeitern selbst, rufen wir auf, die Vorbereitung vor Ort in Johannesburg direkt zu unterstützen mit „Brigadisten“, im Sinne von internationalen Brigaden. Vier bis zwei Wochen vor der Konferenz werden Fähigkeiten gesucht für die Werbung für die Konferenz, Vorbereitung der Technik, Kommunikation, Unterkünfte, Verpflegung, Transport, Organisationsarbeiten – alles was notwendig ist. Sicher eine einmalige Erfahrung international in solch einem Land zusammen zu arbeiten.

Intensiviert die Vorbereitung mit den Trägergruppen an den Orten, bzw gründet Trägergruppen zur Vorbereitung der Konferenz. Wir wünschen uns und euch viel Erfolg in der Gewinnung von neuen Mitstreitern.

Vorwärts zur 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz in Südafrika.

i. A. Für die Koordinierungsgruppe

Michael Weidner