Pressemitteilung der Freunde der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz Rüsselsheim

Der Kündigungsschutz bis 2023 hat sich endgültig als Betrug entpuppt! Wir fordern die sofortige Rücknahme der „Freistellungen“ und beabsichtigten Kündigungen bei Opel!

Pressemitteilung der „Freunde der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz / Rüsselsheim“

 

Am 09.09. traf sich der gewählte Sprecherkreis der Rüsselsheimer Vorbereitungsgruppe für die 2. Internationale Automobilarbeiterkonferenz vom 19. – 23. Februar 2020, die in Johannesburg / Südafrika stattfindet (siehe homepage www.automotiveworkers.org). Er beschloss nachfolgende Protesterklärung gegen die beabsichtigte Kündigung von bisher 27 Beschäftigten des Internationalen Entwicklungszentrums Opel Rüsselsheim:

 

Der Kündigungsschutz bis 2023 hat sich endgültig als Betrug entpuppt! Wir fordern die sofortige Rücknahme der „Freistellungen“ und beabsichtigten Kündigungen bei Opel!

 

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Wie in der Presse berichtet hat Opel 27 Beschäftigte des Internationalen Technischen Entwicklungszentrums (ITEZ) mit sofortiger Wirkung von der Arbeit freigestellt und droht mit der abfindungslosen Kündigung. Der Grund ist, dass diese Beschäftigten von ihrem Recht auf Widerspruch gegen den Betriebsübergang an den französischen Dienstleister Segula Gebrauch machten. Damit sind zwei Behauptungen geplatzt, denen die „Freunde der IAC Rüsselsheim“ von Anfang an widersprochen haben: Es gibt keine Freiwilligkeit des Wechsels und es gibt keinen Kündigungsschutz! Dennoch erhebt sich die Frage, wie es sein kann, dass jemand bestraft wird, der sein Recht wahrnimmt. Es kann doch nicht sein, dass man in einem solchen Großbetrieb nicht 27 gut ausgebildete Leute unterbringen kann – allein angesichts der Herausforderungen in der Autoindustrie angesichts der Umweltproblematik. Soll hier ein Exempel statuiert werden, um andere einzuschüchtern? Denn ähnliche Fragen stellen sich ja für die Beschäftigten im Testgelände Dudenhofen, das von Segula betrieben werden soll und für die über 100 für 6 Monate an Segula „ausgeliehenen“ Mitarbeiter*innen.

Die Kündigungen sind der zweite Tabubruch in der langjährigen Geschichte von erzwungenem Lohn- und Gehaltsverzicht und Beschwichtigung mit dem Versprechen „keine betriebsbedingte Kündigung“.

Erst vor wenigen Wochen erlebten wir im Ruhr-Bergbau mit 200 betriebsbedingten Kündigungen durch die RAG den ersten Tabubruch des Versprechens „keiner fällt ins Bergfreie“. Nun will Opel/PSA offenbar diesen Weg auch für die Automobilindustrie öffnen, die bekanntlich vor großen Umbrüchen steht.

Wir begrüßen deshalb die in Essen geplante Demonstration der Bergleute für Arbeitsplätze und Umweltschutz am Samstag, 14.09. und nehmen uns als Beispiel, dass sich die Bergarbeiter und ihre Familien den angedrohten Kündigungen nicht beugen. Wir rufen die Opel-Kollegen*innen und alle Interessierten auf, dort als Protest und als Ausdruck der gegenseitigen Solidarität teilzunehmen. Wir organisieren gemeinsam die Abfahrt am Samstag,14.09. ab 7.00 Uhr / Alzeyer-Strasse (Rückfahrt ca. 16 Uhr).

 

Für den Sprecherkreis

Matthias Rücker

(zu erreichen unter Tel 06142-797721, unter der absendenden Mailadresse oder unter der Mailadresse des Sprecherkreises iaar.ruesselsheim@gmx.de)