Informationsbrief der ICOG Nr. 9

Jetzt zur 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz anmelden und Verantwortung in der Vorbereitung übernehmen!

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Vom 3.-5. September 2019 fand erfolgreich das 3. Treffen der Internationalen Koordinierungsgruppe (ICOG) in Johannesburg in Südafrika statt. Zur Vorbereitung der 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz vom 19.-23. Februar 2020 in Johannesburg in Südafrika konnten wichtige Beschlüsse und konkrete Festlegungen für die weitere Vorbereitung getroffen werden. Wir möchten uns für die Unterstützung unseres Treffens durch die kämpferische Metall-Gewerkschaft NUMSA bedanken, welche selber zeitgleich mitten in komplizierten Tarifverhandlungen und kurz vor einem möglichen Streikbeschluss stand. Eine sichere Durchführung wurde gewährleistet.

Unmittelbar nach dem ICOG-Treffen haben wir den Tagungsort und die Räume für die Durchführung der 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz südlich von Johannesburg gebucht. Wir empfehlen möglichst 1-2 Tage vorher anzukommen, um sich auf die Verhältnisse in Südafrika besser einstellen zu können. Kostengünstige Übernachtungsplätze stehen in der Nähe zur Verfügung. Nach der Konferenz besteht bei weiterem Interesse die Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen. Genauere Angaben zu Ort, Übernachtung und weiteren Angeboten gibt es in spätestens zwei Wochen.

Die ICOG hat Richtlinien für einen internationalen Anmelde- und Akkreditierungsprozess beschlossen (siehe Auszüge dazu im Anhang). In allen Ländern streben wir eine Einvernehmlichkeit bei der Aufstellung von Delegationen an. Bei Unklarheiten bitte an die ICOG wenden. Die Delegierten sollten sich möglichst bis zum 1.1.2020 anmelden. Wir wollen aber bis zum Beginn der Konferenz am 19.2., 10 Uhr, noch Delegationen gewinnen.

Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in der Auto- und Zuliefererindustrie sind gekennzeichnet von zunehmenden Krisenerscheinungen und tiefgehenden Veränderungen durch den Übergang zur Elektromobilität und Digitalisierung. Die weltweite Pkw-Produktion ist 2018 um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Vernichtung hunderttausender Arbeitsplätze wird von den internationalen Automonopolen angekündigt und begonnen umzusetzen. Dagegen entwickelt sich der Widerstand der Belegschaften. Der gemeinsame koordinierte Kampf und unsere internationale Kampagne für die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich gewinnt dabei an Bedeutung.

Viele Belegschaften der Automobil- und Zuliefererkonzerne sind mit Massenentlassungen und weiteren Angriffen auf Löhne und soziale Leistungen konfrontiert. 48.000 GM-Kollegen in den USA traten am 16. September mutig in den Tarifstreik für höhere Löhne, Verbesserung der Gesundheitsleistungen und Regelungen für die Übernahme der Leiharbeiter. In Lateinamerika kämpfen GM-Belegschaften gemeinsam gegen Massenentlassungen. Ford will allein in Europa 12.000 seiner 50.000 Arbeitsplätze vernichten und 6 Werke schließen. Auch internationale Zuliefererkonzerne, wie ZF, Schaeffler oder Continental, planen massiven Arbeitsplatzabbau. Bei Schaeffler protestierten am 28. Juni Tausende von Beschäftigten an allen 26 Standorten gegen die geplante Vernichtung von bis zu 21.000 Stellen.

Die ICOG ist sich einig, dass unsere 2. Konferenz und die Verabschiedung eines Internationalen Kampfprogramms der Automobilarbeiter in dieser Situation genau richtig kommt. Mit Spannung erwarten wir lebendige Berichte aus den Ländern und einen intensiven Erfahrungsaustausch unter Kollegen aus den verschiedenen Konzernen. Wir bitten alle Delegierte, 5-minütige Länderberichte möglichst als Powerpoint vorzubereiten.

Anträge zum Entwurf des Kampfprogramms können verlängert bis 15.1.2020 abgegeben werden. Die Delegierten bekommen dann am 1.2.2020 einen verbesserten Entwurf zur weiteren Beratung auf der 2. IAC, wo dann noch Initiativanträge möglich sind.

Insbesondere durch den Übergang in eine globale Klimakatastrophe sind nicht nur die Automobilarbeiter und ihre Familien, sondern die ganze Menschheit herausgefordert. Folgerichtig hat die ICOG am 5. September einen Aufruf zur Beteiligung am Internationalen Klimastreiktag am 20. und 27. September heraus gegeben, für die Einheit von Umwelt- und Arbeiterbewegung. Weltweit demonstrierten Millionen und setzten ein deutliches Zeichen.

An Themenforen sind bisher angemeldet (angemeldet Hauptverantwortliche aus Land in Klammern): Kampf gegen die drohende Umweltkatastrophe (Deutschland), Gesundheit der Arbeiter und Umwelt (Brasilien), Auswirkungen von Klima und Umweltbedingungen auf die Industrie (Brasilien). Arbeiter im Kampf um Weltfrieden, gegen Faschismus und Rechtsentwicklung der Regierungen (Deutschland), Industrie 4.0 und die Auswirkungen der Elektromobilität auf die Automobilbelegschaften (Spanien), Für die Gewerkschaftseinheit (Deutschland), Neuimperialistische Länder und gesellschaftliche Perspektiven (beides Deutschland), Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Machismus, Migranten (Südafrika).

Konzernforen sind bisher angemeldet von Kollegen von Ford, GM/PSA, BMW, Daimler/Renault, VW, Bosch und Zulieferer.

Aus den USA liegt eine Anmeldung zu einem Workshop „Liga der revolutionären schwarzen Arbeiter“ vor. Weitere Themen wie zu „Leiharbeit“ oder „Kampf gegen die Unterdrückung von demokratischen und Gewerkschaftsrechten“ schlägt die ICOG ebenso vor wie einen Workshop zur internationalen Homepage automotiveworkers.org. Bitte dazu melden.

Weitere Anmeldungen von Foren und Workshops sind möglich und Interessenten können sich direkt an die ICOG wenden, wenn sie bei der Vorbereitung und Durchführung genannter Foren mitarbeiten wollen. Wir streben eine internationale Zusammenarbeit an.

 

Vorschlag Tagesordnung und Ablaufplan:

 

Datum

Uhrzeit

Was

Mi. 19.2.20

bis 10 Uhr

Ankunft und Akkreditierung der Delegierten

 

11.00 – 11.30

Eröffnungszeremonie

 

11.30 - 18.00

Plenum: Situation und Kämpfe in der Auto- und Zuliefererindustrie Länderberichte (5h)

 

19.30 - 21.00

Eröffnungsabend

Do. 20.2.20

9.00 - 9.30

Delegiertenversammlung 1. Teil:

Tagesordnung, Wahl Präsidium IAC, weitere Beschlüsse (0,5h)

 

9.30 -12.30

Diskussion: Entwurf des Internationalen Kampfprogramms (3h)

 

14.00 – 18.30

Themenforen (4,5h)

 

ab 20.00

Abendprogramm

Fr. 21.2.20

9.00 – 15.00

Konzernforen (4,5h)

 

16.00

Massendemonstration

 

Ab 20.00

Abendprogramm

Sa. 22.2.20

9.00 - 12.00 und 13.30 bis 16.30

Delegiertenversammlung 2. Teil (6h): Tätigkeitsbericht ICOG, Kassen- und Revisionsbericht, Beschluss Kampfprogramm, Wahl neue ICOG

 

parallel

Workshops, Besuche und Besichtigungen in der Region

 

17.30 - 20.00

Abschlussfest, Kulturabend

So. 23.2.20

9.00 - 12.00

Abschlussplenum (3h)

Resolutionen und gemeinsame Abschlusserklärung

 

Zur weiteren Mobilisierung zur 2. IAC hat die ICOG einen Plakatvorschlag aus Brasilien diskutiert und mit weiteren Verbesserung beschlossen.

Zur organisatorischen Vorbereitung und Durchführung der 2. IAC hat die ICOG beschlossen, einen multilateralen Assistenzstab (MAS – Multilateral Assistance Staff) zu gründen. Ab sofort werden 10 Teams schrittweise aufgebaut. Wir fordern alle Unterstützer weltweit auf, sich für die Mitarbeit in Teams und Teamleitung zu melden und praktisch Verantwortung zu übernehmen.

Die Teams sind:

1) Anmeldung, An- und Abreise, Visa, Inlandstransport, Unterkunft

2) Schutz und Kommunikation

3) Übersetzung/Übersetzungstechnik

4) Haus/Empfang/Infozentrale

5) Küche, Verpflegung

6) Technik, Tagung und Veranstaltung

7) Office, Bürotechnik

8) Finanzen/Kasse, auch vor Ort

9) Gesundheitliche Versorgung der Teilnehmer

10) Abendveranstaltung

In Südafrika packen bereits viele Kollegen der nationalen Vorbereitungsgruppe aktiv an. Die organisatorische Vorbereitung wurde aufgenommen und Übernachtungsplätze reserviert. Praktische Unterstützung hat die NUMSA zugesagt.

Die ICOG ruft insbesondere Jugendliche auf, sich ab sofort als Helfer in internationalen Brigaden in der Vorbereitung und Durchführung der 2. IAC zu bewerben und gemeinsam aktiv zu werden. Weitere Information und Bewerbungen über die ICOG: eMail: contact@iawc.info

Die ICOG hat eine Spendenkampagne zur 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz mit Ziel 50.000 Euro beschlossen. Werdet dazu aktiv und entwickelt Initiativen. Berichtet über eure Spendenaktivitäten und den Stand der Entwicklung. Die Delegationen sollen in der Regel ihre Teilnahme selber finanzieren. Anträge zur Unterstützung von Reisekosten können an die ICOG gestellt werden.

Die ICOG beschloss einen differenzierten Teilnehmerbeitrag, damit Teilnehmer vor allem aus Südafrika entsprechend ihren Verhältnissen ohne Hürden teilnehmen können. Genauere Angaben zu Teilnehmerbeitrag, Verpflegungs- und Unterkunftskosten wird die ICOG nach Erfassung und Kalkulation der zu erwartenden Kosten veröffentlichen.

Über den Verlauf der weiteren Vorbereitung und Mobilisierung werden wir euch regelmäßig informieren. Wir wünschen euch viele Ideen und Kraft in der Vorbereitung und Mobilisierung zur 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz.

 

Mit solidarischen Grüßen

 

Carlos Luiz Prates Mancha (Brasilien), Diego Rejon Bayo (Spanien), Dieter Schweizer (Deutschland) Koordinatoren der ICOG

 

Anlage: Anmeldeverfahren:

Die Anmeldungen werden von der ICOG über ein Anmeldeteam erfasst und bear­beitet. Dazu wird auf der Homepage des IAC ein Kontakt- und Anmeldebutton für jede Sprache bereit gestellt. Zentrale Mail-Adresse ist die ICOG-Adresse contact@iawc.info. Es wird vorgeschlagen, die Anmeldungen möglichst Städte/bzw. Länder weit zu machen. Die Anmeldungen werden in der Regel organisiert über eine Kontaktperson, bzw. eMail-Verbindung. Es wird dazu eine Anmeldeliste herausgegeben, in der vor Ort die Anmel­dungen namentlich erfasst werden und Nummern vergeben werden, damit es keine Doppelanmeldungen gibt (z.B. D-Deutschland – BO-Bochum, 01...). Zentral abgegeben wird nur die Liste mit Nummern aus dem jeweiligen Land oder Stadt mit Angaben zum Geschlecht, und ggf. zu berücksichtigende persönliche Besonderheiten zur Verpflegung, Übernachtung usw., bei Delegierten, wie sie gewählt wurden. Für die Anreise und Rückreise bitte den genauen Tag mit Uhrzeit und Ort mitteilen. Bei Brigadisten, welchen Zeitraum, Fähigkeiten und Wünsche sie haben (also: Land und/oder Stadt: Anzahl w/m/d; Organisation/Gewerkschaft; Besonderheiten, Bezahlung). Die Anmeldung geht in der Regel mit der Bezahlung der Teilnahmegebühr einher. Der Betrag kann auch bei der Konferenz bezahlt werden.