"Packt eure Koffer und kommt nach Südafrika...."

- so endet die Grußbotschaft aus Südafrika zu unserem bundesweiten Delegiertentreffen der Internationalen Automobilarbeiterkoordination am 23.Juni in Erfurt! Mit 35 Delegierten und über 50 Teilnehmern von Automobilstandorten und Autokonzernen in ganz Deutschland hat am Sonntag, 23.6.19 das bundesweite Delegiertentreffen in der "Alten Parteischule" in Erfurt erfolgreich stattgefunden und wichtige Weichen wurden gestellt:

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Nach gründlicher, kontroverser und solidarischer Diskussion über die Entwicklungen in den Betrieben der Automobilindustrie und den politischen Veränderungen wurde der aktuelle Stand der Vorbereitungen für die 2.Internationale Automobilarbeiterkonferenz vom 19.-23.2.2020 in Johannesburg/Südafrika in Deutschland und international besprochen. Begeisterung und Mobilisierung waren spürbar. Die Erfahrungen mit Mobbing im Betrieb, Kündigung von Leiharbeitern, Angriffe gegen die Jugend bei Ausbildungsplätzen, Ankündigungen von Arbeitsplatzvernichtung ..... - wir haben alle die selben Erfahrungen: Die Autokonzerne wollen ihre Krisen auf unserem Rücken abladen. Doch gewerkschaftlich gut organisiert und kampferfahren halten wir Automobilarbeiter*innen dagegen: International und über Betriebsgrenzen hinweg organisieren wir echte Solidarität und lassen uns nicht gegeneinander auspielen. Unsere Forderung nach der Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich wird mit der Einführung der E-Mobilität gegen die drohende Umweltkatastophe noch zusätzlich bestätigt: Weniger notwendige Arbeit für ein Elektroauto bedeutet für die Konzernbosse mehr Profit, aber für uns heißt das: kürzere Arbeitszeit! Dass die Umstellung auf E-Mobilität nicht auf Kosten von Kinderarbeit, der Umwelt u.ä. umgesetzt wird, richtet den Blick auf Brennstoffzellenantriebe, Förderung umweltfreundlicher Verkehrssysteme, kostenlosen öffentlichen Nahverkehr und Ausbau regenerativer Energiegewinnung. Dafür wurde die Verbindung von Automobilarbeiterbewegung und Umweltbewegung gestärkt: Wir beschlossen einstimmig eine Resolution an die Jugendlichen der FridayForFuture – Bewegung. Jung und alt gemeinsam, Arbeit und Umwelt gemeinsam! Mit diesem Geist planen wir die 2.Internationale Automobilarbeiterkonferenz und wählten so auch unsere 5 Delegierten nach Südafrika und 3 Ersatzdelegierte. Eine gute Mischung von Jung und Alt, aus unterschiedlichsten Konzernen, Zulieferer, Frauen und Männern, Migranten.... überzeugte am Ende und wurde von der Versammlung gewählt. Der Entwurf eines Internationalen Kampfprogramms der Automobilarbeiter wurde als gute Grundlage begrüßt und mit etlichen Aspekten noch bereichert: Mobbing, Einheit von Jung und Alt, Einheitsgewerkschaft, Umweltkampf und etliches mehr wurde vorgeschlagen und wird jetzt in Form von Anträgen nach gründlicher Beratung in den Trägergruppen an der Basis an die gewählten Delegierten eingereicht. Das Reisebüro People-to-people unterstützt die Konferenz und bietet Buchung von Flügen und Reiseangeboten an. `Solidarität International` unterstützt die Übersetzungsarbeit und etliche andere Organisationen bieten Kooperationen in vielen Fragen an: internationale Kontakte, Organisationsarbeit usw. - Im Herbst werden regional drei große Spendengalas organisiert, um unser deutsches Spendenziel von 30 000 Euro für Flugkosten internationaler Teilnehmer zu erreichen! Danke an alle, die diese Bewegung der Internationalen Automobilarbeiter mit jedwedem Beitrag unterstützen.

Beim Singen der Automobilarbeiter-Hymne am Ende des Delegiertentreffens war zwar nicht jeder Ton konzertreif, aber alle Teilnehmer spürten die Kraft der Solidarität und den Willen für das gemeinsame Ziel dieser 2.Internationalen Automobilarbeiterkonferenz zu kämpfen.

(Die Koordinierungsgruppe wird in einem INFO-Brief Nr.8 die Ergebnisse der Konferenz zusammenfassen)

 

(Solidarität mit PSA-Kolleg*innen in Mulhouse und Sochaux)

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Krimineller A-Betrug - 3.jpg

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